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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 01:25 Uhr

Ahrensburg : Mit dem Blick des Täters geschaut

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Präventionsaktion der Polizei zu Einbruchskriminalität. Bei einem Rundgang geben die Beamten Tipps, wie Hausbewohner einfache Fehler vermeiden können.

Im Hagen sind die Hausbesitzer relativ vorsichtig. In Starweg und Hagener Allee war Polizeihauptkommissarin Kathrin Bertelsen mit Sarah Stösel unterwegs, um Häuser mit dem Blick eines Einbrechers unter die Lupe zu nehmen: Wo steht ein Fenster auf Kipp? Wo steht die Garage offen. Wo ist alles stockdunkel?

Insgesamt schwärmten sieben Teams in Ahrensburg aus. „Es ist die erste Präventionsaktion dieser Art im Bereich der Polizeidirektion“, sagt Gert Dietel. Ahrensburg hat man sich ausgesucht, weil die Stadt bei Einbrechern „beliebt“ ist. Zwar sind die Zahlen in diesem Jahr deutlich geringer als 2015, aber mit dem Beginn der dunklen Jahreszeit steigen sie wieder, so der stellvertretende Stationsleiter Jörg Marienberg. Es geht nicht nur darum, Hausbewohnern vermeidbare Risiken aufzuzeigen, „wir wollen auch Präsenz zeigen“, sagt Jörg Marienberg, „wo Polizei gesehen wird, wird nicht eingebrochen.“

Für sieben Studienanfänger der Verwaltungsfachhochschule Altenholz, die gerade ihr zweiwöchiges Einstiegspraktikum absolvieren, war die Aktion die erste Begegnung mit dem polizeilichen Alltag. Sarah Stösel hatte nach dem Abitur auf der Stormarnschule Biologie studiert, nach dem Bachelor entschied sie sich aber für einen Wechsel zur Polizei – „weil es ein spannender Beruf ist“, so die 22-Jährige.

Der Blick aus Tätersicht auf ein Haus ist gar nicht so schwierig. Wo sind Fenster vergittert? Wo ist der Garten so wenig einsehbar, dass ein Einbrecher in aller Ruhe arbeiten kann? Eine geöffnete Garage mit einer Tür ins Haus wirkt geradezu wie eine Einladung. Und wenn Licht brennt, muss es nicht, kann aber gut sein, dass jemand zu Hause ist.

Wo solche Versäumnisse offenkundig waren, wurde ein Ankreuzzettel ausgefüllt und zusammen mit einer Infobroschüre „Ungebetene Gäste“ in den Briefkasten geworfen. Die unbeleuchtete Wohnung war Spitzenreiter mit 40 Kreuzchen. Immerhin 15 Mal war eine Garage geöffnet, 14 Mal wurden Aufstiegshilfen wie Leitern oder Mülleimer moniert, in zehn Fenstern steckten Schlüssel, sieben standen auf Kipp, sieben Mal waren Briefkästen überfüllt und in einer Tür steckte ein Bund mit Haustür- und Garagenschlüssel. Zudem waren drei Fahrzeuge nicht abgeschlossen, darunter eines von Handwerkern voll Werkzeug.

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erstellt am 10.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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