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Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 17:14 Uhr

Bad Oldesloe : Mit Brötchentüten gegen Gewalt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Kampagne „Schaut hin – Gewalt kommt nicht in die Tüte“ läuft in Ahrensburg, Bad Oldesloe, Bargteheide und Reinfeld.

Der Trend ist ebenso traurig wie ungebrochen: Im vergangenen Jahr wurden kreisweit 116 Fälle von häuslicher Gewalt durch die Frauenberatungsstelle „Frauen helfen Frauen“ in Bad Oldesloe betreut. In 19 Fällen musste die Polizei nach ihrem Einsatz eine Wegweisung des gewalttätigen Mannes aus der gemeinsamen Wohnung aussprechen. Rund 60 Frauen kamen in die Beratungsstelle im Bella Donna Haus, weil sie von sexualisierter Gewalt betroffen waren.

„Wir haben auch in diesem Jahr schon 19 Wegweisungen in Stormarn und damit leider nicht weniger Arbeit“, sagt Gisela Bojer. Umso wichtiger sei es deshalb, wieder auf die landesweite Kampagne „Schaut hin – Gewalt kommt nicht in die Tüte“ der Gleichstellungsbeauftragten und des Bäckerinnungsverbandes aufmerksam zu machen, so die Koordinatorin von KIK–Stormarn (Netzwerk bei häuslicher Gewalt). Rund um den 25. November, dem internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“, gibt es deshalb wie in den Vorjahren so genannte Brötchentütenaktionen in Bad Oldesloe, Ahrensburg, Reinfeld und Bargteheide, an denen sich acht Bäckereifachbetriebe mit rund 20  000 Brötchentüten beteiligen.

Die Papiertüten mit dem auffälligen roten Aufdruck und der Nummer des bundesweiten Hilfetelefons bei Gewalt gegen Frauen werden am Mittwoch, 23. November, von 10 bis 12 Uhr beim Verkaufsstand der Bäckerei Rohlf auf dem Oldesloer Wochenmarkt eingesetzt, außerdem ab 11.30 Uhr auf dem Rondeel in Ahrensburg. Am Freitag, 25. November, gibt es die Brötchentütenaktion in Reinfeld auf dem Wochenmarkt beim Verkaufsstand der Bäckerei Rohlf und zwischen 15 und 17 Uhr auf dem Bargteheider Wochenmarkt an einem Infostand der Gleichstellungsbeauftragten. „Immer wieder kommen Frauen an unsere Infostände und erzählen von eigenen Gewalterfahrungen oder von Gewalt gegen Frauen im Bekanntenkreis“, sagt Vira Sprotte vom Verein Frauen helfen Frauen.

Marion Gurlit möchte am Infostand auf dem Oldesloer Wochenmarkt außerdem so genannte „Panik-Alarm“-Anhänger an Frauen verteilen, denn die seien sehr laut, damit Frauen, die bedroht werden, auf sich aufmerksam machen könnten, so die Gleichstellungsbeauftragte. Fakt sei allerdings auch, dass die meisten Fälle von Gewalt gegen Frauen in der Familie auftreten würden, sagt Gisela Bojer. Außerdem gibt es noch bis Ende des Monats die Ausstellung „Glaub mir, ich bin an einem sicheren Ort“ mit Fotos aus dem Frauenhaus Stormarn im Bella Donna Haus zu sehen.




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erstellt am 15.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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