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Stormarner Tageblatt

05. Dezember 2016 | 09:30 Uhr

Bargteheide : Misstöne bei der Matinee

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kleines Theater Bargteheide: Es läuft nach der Umstrukturierung noch nicht rund. Talente und Profis wussten trotzdem zu begeistern.

Das Kleine Theater gehört fest zu Bargteheide. Es ist das kulturelle Kleinod der Stadt – das war so, das ist so und das wird wohl auch noch lange so sein. Zumindest war diese Überzeugung im Denken kulturell Aktiver und Interessierter verankert. Doch nach dem Tod von Prinzipalin Kirsten Martensen und dem in diesem Sommer erfolgten Ausscheiden der Firma KM Management als einem der Pächter des Theaters schien das alles gar nicht mehr so sicher. Es folgten Diskussionen, Ideenaustausch und durchaus auch Streit, wie es denn weitergehen könnte.

Die wichtigste und erfreuliche Info war schon vor einigen Monaten: Es geht weiter im Kleinen Theater. Ein Trägerverein und ein Theaterschulverein übernehmen die Aufgaben von Martensen und KM Management. Der ehemalige Förderverein ist im Trägerverein aufgegangen und mit den beiden Hauptpächtern – dem Restaurant Papillon und dem preisgekrönten„Cinema Paradiso“ von Hans Peter Jansen – konnte man sich auf eine friedliche Koexistenz mit Tendenz zur Kooperation verständigen.

Mit dem Programm „Bühne frei!“ sollte nun voller Euphorie neu durchgestartet werden und den Mitgliedern, Mitwirkenden, Geldgebern, Entscheidern und Neugierigen gezeigt werden, was sie alles erwarten können. Doch hinter und neben der durchaus spürbaren Euphorie und Aufbruchsstimmung im gesamten Team waren auch an diesem Festtag zur Wiedereröffnung des Theatersaals die Hindernisse hör- und sichtbar. Definitiv ist die neue Organisation ein wichtiger Schritt, doch es holpert noch ein wenig..

So war deutlich zu spüren, dass Kinobetreiber Hans Peter Jansen eher noch skeptisch abwartend ist. Daraus machte er auf der Bühne auch keinen Hehl. Sein Vorstoß im Frühjahr, das Kulturprogramm selbst mit zu übernehmen, war kaum auf positive Resonanz gestoßen. Als ihn nun das Ehrenmitglied des neuen Vereins, Dr. Jan-Uwe Rogge, der bereits 1973 den Förderverein mitgegründet hatte, halb im Scherz damit konfrontierte, dass ihm „das Programm in deinem Kino nicht so gut gefällt“, konterte Jansen, „dann habe ich wohl nicht deinen Geschmack getroffen, andererseits könntest du erstmal hier in mein Kino kommen, dich habe ich hier noch nicht gesehen“, legte Jansen auf offener Bühne nach und schickte einen deutlichen Blick in Richtung Rogge hinterher. Gemeinsam mit der Leitung des Papillons erklärte Jansen, man wolle sich „bemühen mit dem neuen Verein gut zusammenzuarbeiten“.

Rogge und dem Vereinsvorsitzenden Olaf Nehls war die Nervosität anzumerken, die dieser wichtige Tag für alle Beteiligten mit sich brachte. Diese gewisse Grundanspannung zog sich ein wenig durch das Programm, was vor allem daran lag, dass es erhebliche technische Probleme beim Klang gab, wegen denen sich bereits der Einlass verzögert hatte und die verhinderten, dass alle Soundchecks durchgeführt werden konnten. Ein Umstand der sich fast zwangsläufig rächte.

Die Rock-Oper-Combo von „Dilämma“ hatte mit den technischen Hürden genauso zu kämpfen, wie die Absolventen der Hamburger Stage School, mit der die Theaterschule eine Kooperation anstrebt, die sich konkret bereits in einer Aufführung am 23. September unter dem Titel „A star is born...“ mit den besten Absolventen des Jahres 2016 andeutet. Zwei Profi-Musical-Sängerinnen gaben einen Einblick in ihr Können. Ihre Darbietung litt allerdings unter dem miserablen Sound, während Nehls kopfschüttelnd am Klang verzweifelte. Überzeugender waren die Auftritte der Nachwuchstalente der Theaterschule rund um Martensens Tochter Caroline Dibbern, die es mit ihrem Team schaffte, den Funken überspringen zu lassen. Auch die junge Nele Burkhardt – Tochter des bekannten Trompeters Ingolf Burkhardt – konnte ihr Potenzial unter Beweis stellen. Es waren also die lokalen Talente die zu den Höhepunkten wurden. Die Preview auf das, was kommen wird, machte insgesamt durchaus Lust auf mehr, weil die guten Ansätze erkennbar waren. Es braucht halt nur alles seine Zeit. 

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erstellt am 06.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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