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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 05:19 Uhr

Bad Oldesloe : Mensa: Über Geschmack wird kräftig gestritten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bildungs- Sozial- und Kulturausschuss bekommt erneut große Klagen über Catering-Unternehmen zu hören.

Immer wieder neue Schreckensmeldungen aus der Mensa im Oldesloer Schulzentrum, die vor allem von Eltern der Ida-Ehre-Schule im Namen ihrer Kinder vorgetragen werden. Neben einer – von einigen Schüler – als mangelhaft empfundenen Qualität der Speisen, kommen diverse strukturelle Probleme hinzu: Wer hat das Hausrecht? Welche Schulordnung gilt? Außerdem stören sich Schüler am Lärmpegel in der Mensa, so dass man sich beim Essen nicht entspannen könne. Andere Schüler wiederum würden die Mensa gerne für Hausaufgaben nutzen und bräuchten Ruhe.

Der Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss hatte im Februar beschlossen, dass man diese Situation gemeinsam mit Eltern, Schülern und Lehrern sowie der Cateringfirma in den Griff bekommen müsse. Zudem wurde der Verein „Ökomarkt“ beauftragt, helfend einzuspringen. Der suchte zunächst in den letzten Monaten das Gespräch mit Verwaltung und Schulleitung – aber nicht mit Eltern und Schüler. Das brachte nun einige Eltern auf die Palme. Denn bis Ende Juni hätten sich in der Mensa keine wesentliche Veränderung oder Verbesserung eingestellt. „Ich kann es nicht verstehen, dass der Eindruck entsteht aus einem Schreiben, das uns vorliegt, dass Schüler und Eltern am Ende nur über die Ergebnisse informiert werden. Das ist nicht das, was beschlossen wurde und das ist auch nicht das was notwendig ist“, sagte Sabine Bauer als eine Vertreterin aus dem Mensa-Beirat.

Dramatischer und fast überinszeniert wiederholte Elternsprecherin Christina Friese die Probleme vor dem Ausschuss ausführlich und appellierte an das Verantwortungsbewusstsein der Lokalpolitiker. „Es hat sich nichts getan. Wir werden immer nur vertröstet. Wir akzeptieren das nicht.“

„Es bringt nichts, wenn wir hier weiter Pauschalisierungen verbreiten. Ich brauche konkrete Angaben. Es hilft nicht zu sagen: das Essen schmeckt nicht. Das ist auch ein individuelles Empfinden. Ich benötige Fakten“, sagte Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak. „Wenn der Betreiber so schlecht ist, muss ich fragen, ob wir mit denen verheiratet sind. Wechseln wir doch einfach den Anbieter“, sagte Karin Hoffmann (Grüne).

Die SPD versuchte erneut ihren Antrag auf Teilung der Mensa einzubringen, mit dem sie schon im Februar gescheitert war. Doch weil die Störungen in Sachen Lautstärke gar nicht mehr Thema waren, hielten die übrigen Fraktionen das für unnötig. Gut kam hingegen der Vorschlag von Aygün Caglar (CDU) an, doch lieber darüber nachzudenken, ob nicht generell frisches Essen angeboten werden solle. Denn die Probleme mit gefrorenen und wieder aufgekochten Speisen seien ja bekannt. „Ich bezweifle auch, dass ein reiner Wechsel des Anbieters die Probleme behebt. Es bleibt Mensaessen“, versuchte auch Sobczak dafür zu sensibilisieren, dass es natürlich kein Essen aus der heimischen Küche sei. Die Elternschaft drängte weiter auf schnelle Konsequenzen.

„Wir haben ein Probeessen gemacht und konnten an der Qualität der Speisen nichts aussetzen“, betonte Sobczak. „Ich kenne durchaus einige Schüler, denen das Essen hier schmeckt“, sagte Henning Bergmann, Schulleiter der Theodor-Mommsen-Schule. Er sei dafür, dass der begonnene Prozess mit „Ökomarkt“ fortgesetzt werde. Dem stimmte auch Ida-Ehre-Schulleiter Andreas Bielke zu. „Ich verstehe die Sorgen der Eltern. Ich bin aber gegen Schnellschüsse. Es muss eine nachhaltige Lösung geben. Natürlich aber mit Schülern und Eltern von Anfang an.“ Die Situation scheint immer weiter verfahren. Die Lokalpolitiker beschlossen daher, dass 4000 Euro für „Ökomarkt“ als Vermittler bereitgestellt werden und dass Eltern und Schüler direkt mit einbezogen werden müssen.

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erstellt am 02.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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