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Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 23:10 Uhr

Ahrensburg : Mehr als ein Dach über dem Kopf

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vor 20 Jahren öffnete das Stormarner Frauenhaus zum ersten Mal seine Türen. Das Projket habe mehrfach am Scheideweg gestanden. Die Geburtstagsfeier fand im Marstall statt.

Weltweit begann die Frauenhäuserbewegung Ende der 1960er Jahre. Seit 1996 existiert auch ein solches Refugium für Frauen, die auf der Flucht vor häuslicher Gewalt sind, in Stormarn. 353 dieser Einrichtungen gibt es in Deutschland.

Der 20-jährige Geburtstag des Frauenhauses wurde gestern im Marstall feierlich mit Gästen aus Lokalpolitik und Verwaltung sowie natürlich vielen Beteiligten und zahlreichen Rückblicken zelebriert. Astrid Dünnes aus dem Vorstand von „Frauen helfen Frauen“ berichtete von der Geschichte der besonderen Einrichtung. Sie dankte den Mitstreiterinnen der ersten Stunde und allen Unterstützern. Sie gab dabei genau wie weitere Rednerinnen einen Einblick in die Arbeit. „Es geht nicht nur darum, dass die Frauen eine Zuflucht haben, sondern auch darum, dass wir ihnen in Fragen wie Kinderpädagogik, Jobsuche, Ummeldung und so weiter zur Seite stehen“, erklärte Dünnes. Es habe durchaus Krisen gegeben und ab und zu stand das Projekt an einem Scheideweg.

2004 verschmolz man mit dem Verein „Frauen helfen Frauen“, der seit nun zwölf Jahren das Frauenhaus betreut. 2008 gab es Probleme um hohe Nebenkostenabrechnungen, doch auch diese Hürde konnte gemeinsam genommen werden. Ein Dank galt dabei auch der Sozialstiftung der Sparkasse Holstein. Deren Geschäftsführer, Jörg Schumacher, betonte in seiner Ansprache die wichtige Rolle der Sparkasse für das Frauenhaus. „Ohne die Sparkasse hätte es kein Frauenhaus gegeben. Das Grundstück und die Immobilie, die damals für das Frauenhaus zur Verfügung gestellt wurden, wurde extra durch die Sparkasse angeschafft. Der Mietzins ist sehr fair. Und auch in die Kinderbetreuung haben wir nun schon 59 000 Euro gesteckt“, so Schumacher. „Mir war schon vor 1996 klar, dass Stormarn ein Frauenhaus benötigt. Ich finde die Einrichtung enorm wichtig. Aber die Zusammenarbeit ist für mich nicht immer Vergnügungssteuerpflichtig“, so Schumacher. Es gebe sehr oft Probleme. „Es ruft ja niemand aus dem Frauenhaus an und sagt, dass alles gut läuft. Meistens geht es um irgendeinen Mistkram“, moniert Schumacher.

„Das nervt schon alles, aber am Ende steht da ein gutes Ergebnis“, erklärte der Geschäftsführer der Stiftungen. Margot Sinnig aus dem Fachausschuss der Stiftung nutzte die Gelegenheit,um bekanntzugeben, dass auch 2017 die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen weiterfinanziert werde. „Der Dank gilt allen, die sich für dieses Projekt engagieren“, sagte Ahrensburgs stellvertretende Bürgermeisterin, Carola Behr. „Sie sehen hin, wo zu viele wegsehen“, ergänzte sie. „Das Frauenhaus ist viel mehr als nur ein Dach über dem Kopf. Die Konzepte haben mich überzeugt“, so Landrat Henning Görtz. 

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erstellt am 01.Dez.2016 | 06:00 Uhr

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