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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 05:06 Uhr

STORMARNER WOCHENSCHAU : Man muss immer weitermachen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

KUB, KuB oder Kub – das ist hier die Frage

Erwischt

–Noch hat es keine einzige Aufführung oder Ausstellung im Kub gegeben, aber eine Preisliste gibt es schon. 330 Euro Miete pro Tag kostet der neue Saal, das Foyer 47 Euro für fünf Stunden. Die Satzung schließt auch das historische Rathaus mit ein, und da war Maria Herrmann (SPD) auf einen Punkt aufmerksam geworden. Der Multifunktionsraum kann für Ausstellungen gebucht werden. Bei hängenden Kunstwerken kostet das zehn Euro täglich, wenn stehende gezeigt werden, müssen 20 Euro berappt werden. Ob es dafür eine schlüssige Erklärung gebe. Man konnte erahnen, dass sich Kämmerin Mandy Treetzen am liebsten die Haare gerauft hätte. „Das ist der einzige Punkt, den ich einfach so übernommen habe“, gestand sie. Treffer und versenkt.

Läpperlich –

Matthias Rohde packte beim Hauptausschuss mal wieder die ganz große Populismus-Kanone aus. Bei der Planung werde gewurschtelt und angesichts der Kostensteigerung werde ihm schlecht, sagte der FBO-Stadtverordnete. Da brach natürlich das große Lamento aus, und Rohde lehnte sich grinsend zurück. Aber ganz ehrlich: Der Mann hat recht! Zum jetzigen Zeitpunkt bringt es zwar Applaus aus einer bestimmten Ecke, zumal die FBO ja mal einen Kostendeckel gefordert hatte, aber das Kub bringt es nicht einen Millimeter voran. Auch wenn es teuer wird: Es gibt schon seit geraumer Zeit kein Zurück mehr. Es kann nur noch zwischen, wir machen da was Ordentliches oder stellen uns da was Halbgares hin, gewählt werden. Und es sind schon zu viele faule Kompromisse gemacht worden.

Im Nachgang sollte der Bau allerdings gründlichst aufgearbeitet werden. Im Ausschuss konnte Projektleiterin Mandy Treetzen genau darlegen, warum ein Leit- und Beschilderungssystem knapp 40  000 Euro kosten muss. „Wir haben schließlich mehr als 200 Türen.“ Das haben aber alle gewusst und ist deshalb keine Erklärung, warum sich der Kostenansatz verdoppelt hat. Peanuts im Gesamtkontext, aber auch Zehntausender läppern sich.

Applaus

– Es ist eine gute Nachricht: Kinder aus Schleswig-Holstein können jetzt eine Schule in Hamburg besuchen. Bildungsministerin und Bildungssenator präsentierten das Abkommen im Schloss Reinbek, einem passenden Ort, da das die Kommunen im Speckgürtel natürlich besonders betrifft. Als der Konflikt vor ein paar Jahren eskaliert, wollte Hamburg 30 Millionen für die Beschulung von 4000 Fremdkindern haben. Jetzt einigte man sich auf 13,3 Millionen, etwa das, was Schleswig-Holstein auch bisher bezahlt. Man darf den handelnden Personen, wobei es sicher nicht schädlich war, dass die Kieler Bildungsministerin die Ehefrau des Hamburger Bürgermeisters ist – Beifall zollen, dass sie jahrelange Verhandlungen zu einem pragmatischen und vernünftigen Ende brachten.

Das ist aber nur die eine Seite. Denn das sollten Selbstverständlichkeiten in einem Staat sein. Aber die Landespolitiker bewachen ihre Landeshoheit über die Bildung mit Argusaugen und nehmen dafür seit Jahrzehnten jeglichen Unsinn hin, der durch unterschiedliche Systeme, Zuständigkeiten, die Nicht-Anerkennung von Abschlüssen etc bedingt ist. In der Lebenswirklichkeit der Menschen sind die Ländergrenzen als Bildungsgrenzen reiner Anachronismus. Nicht nur sinnlos, sondern kontraproduktiv, nervig und teuer. Den Politikern, die das mal abschaffen, gebührt dann wirklich Applaus.

Kellergeister

Insolvenzen, Komplett-Erneuerungen, Blasenbildung im Asphalt und Nachbesserungen aller Art: Was sich in den letzten Jahren bei Sanierung und Neubau von Autobahnen abgespielt hat, spottet jeder Beschreibung. Die A  20 bei Mönkhagen gehört aber nicht dazu. Zwar ist dort der Asphalt viel schneller gesackt als gedacht, dass er absacken würde, war bei dem moorigen Untergrund aber von Anfang an klar. Und Alternativen gab es nicht: Entweder Jahre warten mit dem Autobahnbau oder das Moor komplett ausbaggern, was aber nicht nur aus finanziellen Gründen unmöglich ist. Also legte man los und stellte Baken und Tempo-80-Schilder auf, als der Standstreifen absackte. Dass es zwei Jahre dauerte, bis der Boden sich soweit gesetzt hat, dass man jetzt mit der Sanierung anfangen kann, hätte natürlich auch der Autofahrer gerne gewusst, der in dieser „Baustelle“ nie jemanden arbeiteten sah. Aber vielleicht sind es ja auch kleine Kellergeister, die für Absackungen, Blasenbildung und porösen Asphalt verantwortlich sind, wie es sich unser Karikaturist ausmalt.
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