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Stormarner Tageblatt

05. Dezember 2016 | 05:26 Uhr

In der Nordbahn : Lesung – eine echte Zugnummer

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Sommer-Literatur-Festival an ungewöhnlichen Orten: Im Zugabteil ein Kinderbuch vorgestellt, und die Schüler sind begeistert

Vorlesen an ungewöhnlichen Orten wie in Bussen und Bahnen, im Auswanderermuseum, Tierheim, Millerntorstadion oder auf dem Theaterschiff – beim zweiten Hamburger Vorlesevergnügen kamen bekannte Buchautoren oder andere prominente Vorleser auch ins Hamburger Umland. Gestern stiegen der bekannte Synchronsprecher, Kommentator und Schauspieler Bernd Stephan und eine 22-köpfige Schulklasse aus Barmbek in Bad Oldesloe in die Nordbahn nach Neumünster.

Eine Lesung in einem Bahnabteil – das war für die Zweitklässler schon etwas ganz Besonderes. Autor Andreas Schlüter vom Autorenteam Hamburger Lesezeichen begrüßte die Klasse im Abteil. Sein erstes und bekanntestes Werk „Level 4 – Die Stadt der Kinder“ gehört mittlerweile zum Standard der Schulliteratur.

Bernd Stephan (73) ist bekannt aus TV-Serien wie „Ein Fall für Zwei", „Der Fahnder" oder „Auf Achse“, studierte in Hannover an der Hochschule für Musik und Theater, war lange Zeit bei den Salzburger Festspielen und bei der Münchner Lach- und Schließgesellschaft engagiert, bevor er sich als Synchronsprecher einen Namen machte. Er lieh bekannten Schauspielern wie John Cleese in „Monty Python“, Malcolm McDowell in „Das Philadelphia-Experiment“, Peter O' Toole in „Casanova“, Artemis in „Sailor Moon“ oder Dean Stockwell in „Star Trek“ seine markante, sonore Stimme. Über 300 internationalen Schauspielern gab er seine deutsche Stimme.

In der Nordbahn las er aus dem Kinderbuch „Snöfrid aus dem Wiesenthal“ von Andreas Schmachtl. Ein Snöfrid hat es eigentlich gern ruhig. Aber wenn mitten in der Nacht drei Feen-Männlein vor seiner Tür stehen, kann das nur eins bedeuten: Mehr Aufregung, als Snöfrid lieb ist. Prinzessin Gunilla ist entführt worden – und Snöfrid ist angeblich genau der Richtige, um sie zu retten. Ehe er sich’s versieht, beginnt für ihn ein unglaubliches Abenteuer. Ein Abenteuer, das die Kids sofort in ihren Bann zog.

Bis zum Bahnhof Neumünster – genau eine Stunde lang – hingen die Grundschüler an den Lippen von Bernd Stephan. Mucksmäuschenstill war es im Abteil. Einige Fahrgäste beobachteten mit Vergnügen die gespannten Gesichter der kleinen Zuhörer. Auf der Rückfahrt war dann noch genügend Zeit für die vielen Fragen der Kinder an den Synchronsprecher. Warum kannst du so gut vorlesen? Wie alt bist du? Wo wohnst du? Hast du das Buch selbst geschrieben? Warum hört sich deine Stimme so dunkel an? Bernd Stephan beantwortete alle Fragen mit viel Geduld.

„Wer lässt sich nicht gerne vorlesen. Diese Veranstaltung mit 36 Lesungen in einer Woche ist eine Mischung aus Abenteuer in einer ungewöhnlichen Umgebung, ganz viel Spaß und natürlich Bildung“, so Christiane Lage-Kress von der Nordbahn. Organisiert wird das Hamburger Vorlesevergnügen vom Autorenteam Hamburger Lesezeichen, dem HVV und der Wohnungsbaugenossenschaft. Mit der Nordbahn-Lesung endete das Sommer-Literatur-Festival, soll aber im nächsten Jahr zum dritten Mal wiederholt werden. Vielleicht sind dann auch Schulklassen aus Stormarn dabei. Lage-Kress: „Zum Vorlesevergnügen können sich natürlich auch Kinder aus Stormarn anmelden.“


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erstellt am 16.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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