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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 13:50 Uhr

Bad Oldesloe : Leitstelle: Wo und wie groß?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Politik verschiebt eine Entscheidung über einen Neubau, da noch zu viele Fragen ungeklärt sind.

Wann wird es zu eng in der Integrierten Leitstelle Süd (IRLS)? Wie lange würde ein Neubau dauern? Wo soll eine neue Leitstelle entstehen, und sollen noch andere Organisationen mit dort einziehen? Es waren einfach zu viele Fragen, die im Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschuss des Kreises nicht beantwortet werden konnten.

Aus dem Hochhaus der Kreisverwaltung werden die Einsätze in drei Kreisen gesteuert. Als 2013 Ostholstein dazukam, musste für fast 800  000 Euro vergrößert werden. Trotzdem war es schnell wieder zu eng. Für 200  000 Euro kamen Teile des 3. Obergeschosses dazu. „Jetzt liegen wir ein bisschen über den Zahlen von 2013 und sollen neu bauen“, wunderte sich Kreisbaudirektor Klaus Kucinski.

Die rund 5000 Feuer- und Hilfeleistungs-Einsätze machen nicht mal fünf Prozent aus, es sind die 110  000 Rettungsfahrten und Krankentransporte, die zu Buche schlagen. Weil sich die Kliniken spezialisieren, steigen die Krankentransporte. Zudem werden die Menschen älter und kränker, so IRLS-Leiter Carsten Horn. Und sie rufen die Leitstelle vermehrt bei Banalitäten an – vor allem, wenn die Praxen geschlossen sind. „Beim ärztlichen Notdienst gibt es Wartezeiten bis zu drei Stunden. Da wählen viele lieber die 112“, so Horn.

Bereits heute sind von 8 bis 16 Uhr alle Tische besetzt. Ab Januar beginnt eine neue Personalbemessung durch die Krankenkassen, die den Großteil der Kosten tragen, auch bei einem Neubau, wenn der Bedarf besteht. Schon 2018 könnte es eng werden. Vor Mitte 2017 dürfte aber das Personal-Gutachten nicht vorliegen. Wenn dann die Planung beginnt, könnte ein Neubau frühestens 2020 bezogen werden.

Bislang ist auch völlig unklar, wo der stehen soll. „Beim Jahresgespräch am Montag werden wir mit Ostholstein und dem Herzogtum Lauenburg auch über einen Neubau der Leitstelle sprechen“, so Ordnungsamtsleiterin Anja Kühl, die noch weitere Varianten ins Spiel brachte. Aus Kostengründen sei auch eine gemeinsame Lösung mit der Feuerwehr Lübeck denkbar, deren Leitstelle veraltet ist. Und man könne eventuell auch wieder über eine kooperative Leitstelle zusammen mit der Polizei nachdenken.

„Wie sollen wir etwas entscheiden, wenn gar nichts geklärt ist“, wunderte sich Ausschusschef Wolfgang Gerstand (CDU), „man hätte die Gespräche mit den Kreisen, der Lübecker Feuerwehr und auch mit der Polizei vorher führen müssen.“

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erstellt am 10.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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