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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 13:50 Uhr

Ammersbek : Kreuzung entschärfen – aber wie?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Alle sind sich einig, dass möglichst schnell etwas geschehen soll, eine Ampelanlage oder ein Kreisverkehr brauchen aber Zeit

Die gefährlichste Kreuzung in Ammersbek soll so schnell wie möglich entschärft werden. Das forderten etwa 50 Besucher einer lebhaften SPD-Podiumsdiskussion einhellig. Unter ihnen waren auch die Angehörigen des im April tödlich verunglückten Motorradfahrers. Die meisten befürworten einen Kreisel für die Kreuzung der Lübecker Straße mit der Landesstraße 225 nach Ahrensburg.

In der hochkarätig besetzten Runde fehlte allerdings ein Vertreter der Verkehrsaufsicht. Und die ist zuständige Behörde für alle baulichen Maßnahmen und die Regulierung des Verkehrs, etwa durch Tempolimits. Sie hatte beim Umbau der Kreuzung vor zwölf Jahren einen Kreisel abgelehnt, den die Gemeindevertretung damals schon beantragt hatte.

In den Vorjahren sei die Kreuzung nicht auffällig geworden, erst in diesem Jahr hätten sich die Unfälle gehäuft, sagt Kay-Uwe Güsmer von der Polizeidirektion Ratzeburg. „Es wird hier relativ schnell etwas passieren, aber es muss rechtssicher sein“, sagt er. Die Polizei sei sofort tätig geworden, auch die Unfallkommission habe getagt. Der Verkehr wird seit zwei Wochen gezählt und die Kreuzung wird kontrolliert. „In zwei Stunden wurden 40 schwerwiegende Verstöße gegen das Stoppschild gezählt“, so Jürgen Kestien vom Bauausschuss: „Alle drei Minuten einer.“ Im Berufsverkehr würden sich Fahrzeuge stauen. Beinahe- oder Bagatell-Unfälle würden in keiner Statistik auftauchen.

Das Verkehrsaufkommen von etwa 8000 Fahrzeugen am Tag in einer Richtung könne ein kleiner Kreisverkehr problemlos bewältigen, so Verkehrsplaner Eckehardt Knoll. „Im Kreisel fahren die Fahrzeuge durchschnittlich 25 Stundenkilometer“, sagt er und erntet dafür viel Applaus. Bei einer Ampel hingegen würden deutlich höhere Geschwindigkeiten erreicht, wenn die Fahrer bei „gelb“ noch einmal beschleunigten.

„Die Unfallkommission wird mitentscheiden“, so Michael Pirschel vom Wirtschaftsministerium. Er habe sich die Situation angeschaut. „Wenn der Vorderwagen anfährt, ignorieren Nachfolger öfter das Stoppschild.“ Einige Befürworter eines Kreisels kritisieren, dass er an den höheren Kosten scheitern könnte. Es wird mit etwa 200  000 Euro gerechnet. „Geld spielt dabei keine Rolle für uns, wir wollen weitere Unfälle verhindern“, betont Güsmer.

Ein Umbau zu einem Kreisel oder die Installation einer Ampelanlage brauchen Zeit, die Ammersbeker wollen aber eine rasche Lösung. Eine Baustellenampel oder ein Tempolimit von 40 oder 50 km/h mit Überholverbot schlug ein Teilnehmer vor, ein anderer, das Ortsschild bis zur Kreuzung zu versetzen und einen Blitzer aufzustellen.

„Das geht nicht, wenn sich das Siedlungsgebiet nicht ändert“, erläuterte Britta Lüth vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Lübeck. Auf freier Strecke könne allenfalls Tempo 70 angeordnet werden. An Gefährdungsschwerpunkten sei das durchaus möglich, widersprach SPD-Politikerin Sigrid Kuhlwein und nannte den Ostring in Ahrensburg als Beispiel. „Stellen sie einen Antrag auf Tempo 50 bei der Verkehrsaufsicht“, so Kuhlwein. „Sie sollten alles versuchen, damit ein solcher Unfall nicht wieder geschieht“, bittet die Mutter des verunglückten Motorradfahrers, „damit anderen Angehörigen ein solches Schicksal erspart bleibt.“

>Demnächst wird die Strecke zwischen der Kreuzung und Timmerhorn für eine Straßensanierung voll gesperrt, voraussichtlich vom 25. Juli bis 2. September. Nur Anlieger dürfen sie in dieser Zeit benutzen. „Das Stoppschild an der Kreuzung gilt aber weiterhin, die Vorfahrt wird nicht geändert“, kündigt Britta Lüth an.



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