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Stormarner Tageblatt

24. März 2017 | 19:01 Uhr

Bad Oldesloe : Kreiskultur – plötzlich ohne Preis!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine Fachjury findet unter mehr als 40 Einsendungen keinen Beitrag, der die 3000 Euro Preisgeld wert ist. Künstler, die an dem Wettbewerb teilgenommen hatten, kritisieren Kommunikation

Überrascht reagierten zahlreiche Stormarner Fotografen, als sie am Dienstag ihre Mails öffneten. Denn der Kulturpreis des Kreises Stormarn, der dieses Jahr in der Sparte „Fotografie“ ausgelobt und mit 3000 Euro dotiert ist, war ohne Begründung für abgesagt erklärt worden. „Der Schul- Kultur- und Sportausschuss des Kreises Stormarn ist der Empfehlung der Kulturpreisjury gefolgt und hat entschieden, den diesjährigen Kulturpreis auszusetzen. Somit wird auch am 9. Dezember keine Veranstaltung zur Preisverleihung in Reinbek stattfinden. Wir bitten Sie um Kenntnisnahme dieser Entscheidung“, heißt es in der knappen Mitteilung an die Teilnehmer.

„Es ist normal, dass aus internen Beratungen einer Fachjury, die sehr kompetent besetzt war, keine einzelnen Details an die Öffentlichkeit kommen. Wenn das zu Verwirrung oder Enttäuschung führt, tut mir das natürlich leid“, sagt Kreiskulturreferentin Tanja Lüthje. Über 40 Beiträge seien zum Thema „Angewurzelt“ eingegangen.

„Wir hatten uns die Ergebnisse etwas anders vorgestellt. Vielleicht war da die Ausschreibung nicht deutlich genug“, räumt Lüthje ein. „Die eingereichten Beiträge entsprachen nicht den Kriterien, die die Jury angelegt hat. Das galt für alle Beiträge“, erklärt Sigrid Kuhlwein, Vorsitzende des Sport,-Kultur- und Sozialausschusses des Kreises. „Die Entscheidung in Jury und Ausschuss war einstimmig“, fügt sie hinzu. Es sei aber nicht die Intention gewesen, die Wettbewerbsteilnehmer damit zu brüskieren. „Im Gegenteil. Es wurde viel diskutiert und überlegt, ob es eine andere Lösung gibt. Aber es gab keinen Beitrag, der so herausstach und die Kriterien erfüllte, dass wir ihn guten Gewissens hätten zum Siegerfoto küren können“, erläutert Tanja Lüthje: „Die Satzung lässt aber keine Kompromisse zu.“

„Das ganze war absolut unprofessionell von Anfang an. Das Thema war auch nicht glücklich gewählt. Auf Rückfragen kamen knappe oder keine Antworten. Die Absagemail ist für mich unmöglich“, sagt die Oldesloer Fotografin und Mitinitiatorin der Galerie „BOart“ Michaela Wendland. Sollte es qualitative Einwände gegeben haben, wäre es aus ihrer Sicht fair gewesen, die Begründung der Jury den Teilnehmern zu erklären. „Ich finde den Grund wegzulassen, ist eine Missachtung der Teilnehmer, die sich sicher alle in ihrem Rahmen Mühe gegeben haben“, so Wendland weiter.

„Ich nehme die Hinweise auf mögliche Fehler in der Kommunikation ernst. Es sollte natürlich keine Enttäuschungen geben“, sagt Landrat Henning Görtz.  

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erstellt am 11.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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