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Stormarner Tageblatt

02. Dezember 2016 | 21:16 Uhr

Ahrensburg : Krebsgefahr – neues Granulat für SSC-Kunstrasen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Verwaltung der Schlossstadt prüft Regressansprüche gegen die Lieferfirma. Die Mehrkosten summieren sich auf 91 500 Euro.

Es ging alles ganz schnell: Nur knapp eine Stunde tagten die Ahrensburger Stadtverordneten am Montag in der Reithalle, und es mag wohl an der Tagesordnung gelegen haben, dass die Zahl der interessierten Bürger mehr als überschaubar blieb.

Dabei hatte es gleich zu Beginn etwas gepoltert, als Hinrich Schmick (WAB) den Antrag stellte, die Stellungnahme des Bürgermeisters zum Bericht des Landesrechnungshofs über das Energiemanagement der Stadt Ahrensburg vorerst nur zur Kenntnis zu nehmen. „Unsere Fraktion benötigt noch Beratungsbedarf“, hatte Hinrich Schmick argumentiert. Aber die Mehrheit der Stadtverordneten lehnte das ab, worauf der WAB-Vorsitzende sichtlich verärgert reagierte: „Das ist das erste Mal, das die Stadtverordnetenversammlung gegen einen erneuten Beratungsbedarf stimmt.“

„Eine ärgerliche Sache“, so Thomas Bellizzi (FDP), sei auch die am Ende einstimmig beschlossene Sanierung des Kunstrasenplatzes des SSC Hagen. Bellizzi meinte nicht unbedingt das problematische Granulat, das die Stadt gekauft hatte und nun doch nicht verwenden kann, sondern einige öffentliche Reaktionen. „Da wurde ein Bild gezeichnet, das den Fußballspielern Lebensgefahr signalisiert. Etwas mehr Sachlichkeit wäre angebracht gewesen“, kritisierte Bellizzi.

Das so genannte SBR-Granulat aus recycelten alten Autoreifen enthalte hohe Schadstoffwerte, die krebserregend seien, hatte die Nachricht aus den Niederlanden gelautet. Die Stadt reagierte schnell und stoppte die Sanierungsarbeiten, das Granulat war noch nicht eingebaut. In einer Stellungnahme des Umwelt-Ministeriums heißt es, es gebe kein Verbot, dieses Granulat einzubauen, allerdings werde empfohlen, unbelastetes Material zu verwenden.

Die Stadt will nun ein anderes Granulat kaufen, allerdings zu einem höheren Preis. Zu den bisher veranschlagten 325  000 Euro kommen jetzt noch einmal 91  500 Euro hinzu, unter anderem für das Neu-Granulat, für Entsorgungskosten und die Laboruntersuchungen. „Wir werden prüfen, ob wir die Lieferfirma in Regress nehmen können“, kündigte Bürgermeister Michael Sarach an.

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