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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 13:02 Uhr

Trittau : Kräftiger Dreh an Gebührenschraube

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Erhöhung bis zu 50-Prozent bei Wasser und Straßenreinigung. Nahversorgungsgutachten empfiehlt Verbleib von Aldi im Zentrum.

In der jüngsten Gemeindevertretersitzung stellte Andreas Brode von der Firma bulwiengesa ein von der Gemeinde Trittau beauftragtes Nahversorgungsgutachten mit Wirkungsanalyse vor. Politiker und Verwaltung haben ein Gesamtkonzept erstellt, dass sie im März dieses Jahres vorstellten. Demnach sollte Edeka auf dem Meiereigelände bauen, Famila an die Großenseer Straße ziehen, weil es dort die gewünschten Vergrößerungsmöglichkeiten gibt, Markant und Aldi zusammen im Süden an der Hamburger Straße ansiedeln. Das Gutachten soll die Planungen für den Ort absichern.

Nachfragevolumen
von 76 Millionen Euro
Die Fachleute kamen zu dem Schluss, dass es in Trittau durchaus Potenzial für weitere beziehungsweise größere Lebensmittelversorger gibt. Nach einer Bestandsanalyse inklusive Umland geht man von 26  000 Einwohnern aus, die ein Nachfragevolumen von 76 Millionen Euro im Jahr haben. Mittelfristig wird mit einer Steigerung von 16 bis 17 Prozent durch die Siedlungsentwicklung gerechnet. Die Kaufkraftbindung liegt aber nur zu 84 Prozent in Trittau und zu 62 Prozent im Umland. „Abflüsse kommen durch Einkäufe in den benachbarten Städten, zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit. 100 Prozent sind nie erreichbar“, erklärte Brode. Aber eine Steigerung auf 88 bzw. 66 Prozent durch mehr Verkaufsflächen sei möglich. „Rechnerisch tragfähig“ seien mittelfristig 11  000 Quadratmeter Verkaufsfläche, aktuell sind es 8300 m².

Das Gutachten bestätigte die Planungen von Politik und Verwaltung, wich allerdings in einem Punkt ab: Die Abwanderung von Aldi aus dem Zentrum in den Süden wurde nicht empfohlen. Die jetzige Unterversorgung des südlichen Teils von Trittau würde durch die Ansiedlung von Markant an der Hamburger Straße behoben. Edeka auf dem Meiereigelände und Aldi im „alten“ Edekamarkt ist der Vorschlag der Gutachter. Das Ortszentrum würde gestärkt und die fußläufige Erreichbarkeit erhalten. Die Nachnutzung des jetzigen Familamarktes soll gewerblich werden.

Anwohner bemängelt
längere Fußmärsche
In der Einwohnerfragestunde kam gegen die Umsiedlung Familas Protest eines Anwohners, der nun eine Unterversorgung des Nordens und weitere Fußwege für die ältere Bevölkerung dort befürchtet. Die Gemeindevertreter billigten bei einer Enthaltung das Konzept, dass nun zur Grundlage der weiteren Neuordnung der Einzelhandelsflächen wird. Des Weiteren wurden mehrere Satzungsänderungen beschlossen: Die Wassergebühren werden erhöht, weil in den vergangenen Jahren ein Defizit von 240  000 Euro aufgelaufen ist. Die Verbrauchsgebühr wird von 0,66 Euro auf 1,04 Euro pro Kubikmeter angehoben. Das bedeutet eine Erhöhung um 40 Prozent, sei aber im Vergleich zu anderen Versorgern immer noch günstig, wie die Verwaltung betonte (Vergleich WBV Stormarn 1,30 Euro, Großensee 1,65 Euro, Hamburg Wasser 1,71 Euro). Auch der Straßenreinigungsbeitrag wird um etwa 50 Prozent erhöht: Ab
1. Januar 2017 wird 1,02 Euro pro Frontmeter berechnet. Die Vergnügungssteuer geht von zwölf auf 15 Prozent rauf.


Zudem wurde der zweite Nachtragshaushalt beschlossen. Er wurde nötig, weil sich die Personalkosten durch mehrere Neueinstellungen erhöht haben. Ebenso wurde die Schulverbandsabgabe angehoben und mehr Gewerbesteuer eingenommen. Im Vermögenshaushalt veränderten sich die Posten für den geplanten Kindergarten. Die für dieses Jahr vorgesehene Summe von 1,5 Millionen Euro wurde entnommen, da sich die Planungen wegen der Standortfindung verzögern. 2017 wird die Gesamtsumme von 2,5 Millionen Euro als Verpflichtungsermächtigung eingestellt.

Für das Blaue Haus werden ebenfalls 1,4 Millionen Euro als Verpflichtungsermächtigung ins nächste Jahr geschoben. Der Verwaltungshaushalt wurde somit auf 20  145  600 Euro, der Vermögenshaushalt auf 4  566  500 Euro festgesetzt.






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