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Stormarner Tageblatt

03. Dezember 2016 | 12:43 Uhr

Stormarner Wochenschau : Kollege Computer und seine Tücken

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Was es so alles gibt: Ärger mit Cobra 4 und der Biotonne, die nicht geleert wird

Kollege Computer:

Ist Jammern etwa eine Stormarner Eigenheit? Die Feuerwehren beschweren sich, dass zu viele Wehren zu Einsätzen geschickt werden. Grund ist Cobra  4, die neue Software in der Kreisleitstelle. Das Update war aufgrund der Digitalisierung notwendig, und der Vorlauf war lang. Es wurde landeseinheitliche Stichwörter definiert. In der Software ist hinterlegt, mit wie viel Mann und Gerät die Wehren zu bestimmten Einsätzen ausrücken. Das weiß der Computer, weil die Wehren selbst eingegeben habe, welche Ausrüstung und wie viele Leute sie tagsüber, nachts oder am Wochenende zur Verfügung haben und welche Wehren alarmiert werden sollen, wenn Verstärkung notwendig ist. Das führt in der Praxis dazu, dass zwei Feuerwehren zu einem normalen Pkw-Brand geschickt, wo bislang eine reicht. Oder drei zu einem Fehlalarm im Baumarkt. Für die Leitstelle geht nicht nur Sicherheit vor, sie verweist auch darauf, dass es ja die Feuerwehren selbst waren, die Stichwörter und Mann-Stärken definiert haben. Wenn früher öfter mal nachalarmiert werden musste, fahren die Wehren heute eher unverrichteter Dinge wieder nach Hause. Da liegt dann der Hase im Pfeffer. Wie oft das der einzelne Feuerwehrmann und wie lange das der Arbeitgeber mitmacht, hat natürlich mit der Zahl der Alarmierungen zu tun. In dieser Woche wollen sich Kreis, Bürgermeister und Wehrführer zusammensetzen, um eine Lösung zu finden. Wenn das alles in Menschenhand läge, wäre das sich machbar. Aber mit einem Computer gibt es weder Good Will noch Kompromiss. Der Rechner kennt nur Eins und Null.

Amtsschimmel

: Da wollte die Stadt (nicht nur die) mal wieder schlauer sein als ihre Bürger. Die Straße Hagenau in Ahrensburg ist so eng, dass die Müllfahrzeuge rückwärts hinein fuhren, zumal sie auch nicht wenden konnten. Das hatte nun die Berufsgenossenschaft verboten. Folge 1: Die Biotonnen wurden nicht geleert. Die AWSH schaffte es aber auch nicht, die Anwohner rechtzeitig davon in Kenntnis zu setzen. Man hatte sich mit dem Problem aber an die Stadt gewandt, die sich nach Ortsbesichtigung entschloss, die Hagenau mit Halteverbotsschildern zuzustellen. Die Anwohner, die gar keine anderen Parkmöglichkeiten haben, hatte man lieber nicht gefragt. Und die AWSH hatte man wohl auch etwas falsch verstanden. Der kleine Wendehammer bekam fünf Halteverbotsschilder, aber bis dahin kamen die Müllfahrzeuge ja nicht mehr. Wegen massiver Beschwerden gab es einen weiteren Ortstermin. Die Anwohner wollte man behördlicherseits aber wieder nicht dabei haben. Zum Glück fanden die heraus, dass es diesen Termin gab, sonst hätte es den Kompromiss wohl nicht gegeben: Die Schilder kommen wieder weg, und es sollen Sammelstellplätze für die Mülltonnen eingerichtet werden. Auch wenn man nicht weiß, ob der Kompromiss trägt, wenn die Stellplätze bis zu 200 Meter entfernt sind, sollten Stadt und AWSH eines gelernt: Es ist allemal besser, vorher mit den Betroffenen zu sprechen als sie vor vollendet Tatsachen zu stellen. Vor allem wenn die so unausgegoren und unvollendet sind wie in der Hagenau.
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