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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 01:16 Uhr

Rehhorst : Kleines Pferd kommt groß raus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Hermine, die American-Mini-Horse-Lady, von Rehhorsterin für Gala-Auftritt trainiert – und Freundin Hedwig ist immer dabei

Hermine ist erst zwei Jahre alt und schon ein Star. Sie ist klein, aber oho. Die braun gescheckte American-Mini-Horse-Dame ist die Glücksbotin bei einer Gala zur Verleihung der „Bild der Frau“ mit Moderator Kai Pflaume im Hamburger Theater an der Elbe.

Wochenlang hat Besitzerin Elke Schwaiger mit Hermine trainiert, damit sie auf die Bühne kann. „Ein großer Bernhardiner hat ein Stockmaß von rund 76 Zentimetern, ein American Mini-Horse misst meist nur 73 Zentimeter“, sagt die Hundetrainerin und Betreiberin des Tierpalastes zur Vermittlung von Tieren für Fotoshooting, Film und Fernsehen. „Bei uns ist es wie beim Modelcasting – nur für Tiere“, schmunzelt die stolze Besitzerin.

Hermine lebt seit zwei Jahren mit ihrer Freundin Hedwig, die die seltene Farbe Golden Palomino hat, bei Elke Schwaiger: „Wir wollten verantwortungsvoll züchten, deshalb haben wir uns für diese Mini-Pferderasse entschieden. Wenn man sieht, wie Shetlandponys mehrmals im Leben ihren Besitzer wechseln, weil Kinder rausgewachsen sind und für billiges Geld verscherbelt werden, konnten wir das nicht unterstützen“, erklärt sie ihre Entscheidung. Ihr Mann Marco hat zwar zwei Shettys, die aber bis zu ihrem Lebensende bleiben werden. Zudem leben bei Elke Schwaiger die Bernhardiner Navy und Sidney, der Border Collie Harley und Chihuhua-Mix Disney, zahlreiche Große Italiener (Hühner), Hasen und Reptilien.

„Ich bin am Tag des Tierschutzes geboren. Meine Tierliebe wurde mir einfach in die Wiege gelegt“, sagt die gelernte Pferdewirtin und ausgebildete Hundetrainerin. Mit ihrem Tierpalast vermittelt sie vor allem Hunde und Pferde für besondere Events. Sogar ein Steinmarder, Rentiere und ein Uhu kamen bereits in TV-Filmen und Werbespots zum Einsatz – immer liebevoll angeleitet von der Rehhorsterin. Bernhardiner Navy ist bereits in diversen Fernsehserien aufgetreten.


Schlangen fürs Dschungelcamp
Auf dem Dachboden lagern so wichtige Utensilien wie Pferdekutschen, Hundeschlitten und sogar ein Rentiergespann. Für die Sendung „Höhle der Löwen“ vermittelte sie eine Dogge, fürs Dschungelcamp Schlangen und andere Reptilien. Die Rehhorsterin mit dem Händchen für Tiere arbeitete mit Schauspielern wie Jutta Speidel , Erol Sander oder Gabi Dohm zusammen. Das sei zwar interessant, aber sie habe festgestellt, dass das auch nur Menschen wie du und ich seien. „Bei mir steht der Tierschutz an erster Stelle. Ich würde nie mit unseren Tieren in ein Flugzeug steigen oder meine Bernhardiner für keinen Preis der Welt über Glatteis laufen lassen“, betont sie. Diese Angebote habe sie ausgeschlagen. Sie möchte ihren Tieren am Abend mit gutem Gewissen in die Augen schauen können. Man sei für sie verantwortlich bis zu ihrem Tod.

Auszeichnung in Satteltaschen
Am Mittwoch war sie mit Hermine zur Generalprobe für die Gala in Hamburg. „Hermine hat das wunderbar gemeistert. Ich habe mit ihr trainiert, dass sie keine Angst vor Menschen, Blitzlicht oder Scheinwerfern oder plötzlichen Geräuschen haben muss“, so Schwaiger. Hermines Bühnenrolle: Überbringerin einer Auszeichnung, die das Pferd in speziell angefertigten Satteltaschen abliefern musste.

Kein Problem für das schlaue American-Mini-Horse. Elke Schwaiger hat ja mit ihm geübt. Für den großen Auftritt gestern wurde das Mini-Pferdchen mit warmem Wasser gebadet. Elke Schwaiger rieb es mit speziellem Pferdeshampoo ein, zog das Wasser mit einem so genannten Schweißmesser aus dem Fell, bevor sie es sorgfältig eindeckte. Damit Hermine auch ja nicht krank wird. Freundin Hedwig wurde aus Solidarität gleich mit gebadet. Anschließend ging es zum Trocknen auf einen Spaziergang durchs Dorf.

„Das ist Training für die Tiere, denn sie kommen mit anderen Menschen in Kontakt, die die Tiere unbedingt streicheln wollen, und haben daher keine Angst“, so Schwaiger. Glanzvoller und fehlerfreier Auftritt also für die kleine Hermine. Elke Schwaiger mit einem Augenzwinkern: „Wer will schon Hermes, den Götterboten, wenn er eine Hermine haben kann.“

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erstellt am 15.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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