zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 13:51 Uhr

Steinburg : Kein Geld für Sportanlagen: Stress mit dem SV Eichede

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Gemeinde Steinburg will den Vertrag über die Pflege des Sportgeländes kündigen. Eine Klage des Sportvereins dagegen könnte gute Erfolgsaussichten haben.

Mit dem Rücktritt von Wolfgang Busche (SPD) als Vorsitzender des Ausschusses für Kultur, Schule, Sport und Soziales sowie einem Kompromiss in Sachen „außerordentliche Kündigung des Vertrags mit dem SV Eichede über Zahlungen für den Unterhalt der Liegenschaften“ endete auf der Steinburger Gemeindevertretersitzung vorerst eine schier endlose Diskussion.

Die Gebäude und das Gelände des SV Eichede gehören der Gemeinde. Für die Unterhaltung bekommt der Verein eine vertraglich vereinbarte Summe im fünfstelligen Bereich von der Gemeinde. Konkrete Zahlen wollte niemand nennen, da es sich um eine Vertragsangelegenheit handelt. Der Vertrag endet regulär Ende 2020. Angesichts der knappen Gemeindekasse – es ist bereits ein Antrag auf Fehlbetragszuweisung gestellt worden – wurde bei der Haushaltsdebatte 2016 angedacht, eine Ausstiegsklausel zu nutzen, um den Vertrag zu kündigen. Auf der jüngsten Sitzung wurde mit den Stimmen der CDU-Fraktion der Vertrag außerordentlich zum Jahresende gekündigt – weil sich die Gemeinde den Zuschuss nicht mehr leisten kann. Danach gab es ein Gespräch zwischen Gemeinde und Verein, über das Vertraulichkeit vereinbart wurden.

Jetzt wurde über eine Rücknahme der Kündigung beraten. Grund: Seitens der Gemeinde gab es Befürchtungen, dass der Verein gegen die außerordentliche Kündigung klagen könnte. Das würde die Gemeinde viel Geld kosten, denn die Erfolgsaussichten für den SV Eichede sollen sehr hoch sein. Bei dem Gespräch zwischen Vertretern der Gemeinde und des Vereins sei seitens des SV Eichede kein Entgegenkommen zu erkennen gewesen. „Der Verein war nicht zu Sparmaßnahmen bereit“, so Inga Lemke (CDU), Vorsitzende des Bau- und Planungsausschusses. Im Gegenteil, es sei sogar davon die Rede gewesen, das der Verein mehr Geld benötige.

Für Bürgermeisterin Heidi Hack (Aktive Bürger in Steinburg) war vor allem wichtig, die außerordentliche Kündigung vom Tisch zu bekommen, um Schaden von der Gemeinde abzuwenden. „Es handelt sich bei den Zahlungen an den Verein nicht um freiwillige Zuschüsse. Es sind unsere Liegenschaften, für deren Unterhalt wir zahlen müssen. Zudem leistet der Verein gute Arbeit“, so Heidi Hack. Sie plädierte für eine Kündigung zum Ende des Jahres 2020 und für Gespräche mit dem Vereinsvorstand. „Mann muss sich darüber Gedanken machen, wie es weitergehen soll“, betonte sie.

Dem wollte die CDU nicht folgen, denn 2020 würde der Vertrag ohnehin auslaufen. „Das sind noch vier Jahre“, kritisierte Christian Gerber. Den Beschlussvorschlag der Bürgermeisterin lehnten die Christdemokraten deshalb mit ihrer Mehrheit ab. Das war für den Vorsitzenden des Ausschusses für Kultur, Schule, Sport und Soziales, Wolfgang Busche, zu viel. „Kürzungen bei der Sportförderung sind das eine, aber hier sind wir dabei, dem Verein seine Grundlage zu entziehen“, betonte er und legt mit sofortiger Wirkung seinen Ausschussvorsitz nieder.

Erst auf Druck der anderen Fraktionen formulierte Gerber einen neuerlichen Vorschlag. Die außerordentliche Kündigung wird zurückgenommen. Bis 30. Juni 2017 sollen Verhandlungen mit dem Verein mit dem Ziel geführt werden, bis Ende 2017 eine Lösung zu erreichen. Mit zwölf zu drei Stimmen wurde der Vorschlag angenommen.



zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen