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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 17:41 Uhr

Meddewade : Kein Geld für neue Kita

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Warteliste ist lang und sie wird auch nicht kürzer. Eltern müssen in Meddewade weiter auf einen Kitaplatz warten. Das Dorf hat kein Geld und fordert Unterstützung von Kreis und Land.

Bittere Enttäuschung für viele junge Familien in Meddewade. Die Gemeinde hat kein Geld für eine Kindergartenerweiterung oder gar einen Neubau. Das machten die Kommunalpolitiker jetzt deutlich. Sie fordern vom Kreis, aber vor allem vom Land Unterstützung. Die kleine Gemeinde Meddewade mit unter 1000 Einwohnern hat einen Kindergarten für zwei Gruppen. Der Erweiterungsbau für die zweite Gruppe ist noch relativ neu und kostete rund 411  000 Euro.

Trotzdem fehlen zum neuen Kita-Jahr 26 Plätze. Grund ist das Neubaugebiet auf dem Gelände der ehemaligen Bäckerei, dass schneller bebaut wurde als die Politiker vermuten. Vor allem junge Familien sind nach Meddewade gezogen, so dass ein wahrer Kinderboom einsetzte. „Wir haben zurzeit 71 Kinder in einem Alter von bis zu sechs Jahren. Sonst waren es nur um die 30“, so Bürgermeisterin Marleen Wulf (Team). Auf einer interfraktionellen Sitzung haben die Vertreter beider Fraktionen nach Lösungen gesucht: Aufstockung des vorhandenen Gebäudes, Neubau oder Containerlösung. Doch für die Gemeinde Meddewade ist jede dieser Varianten zu teuer. „Selbst wenn wir es bei den derzeit niedrigen Zinsen finanzieren könnten, fehlt das Geld, um die Folgekosten zu tragen“, so die Bürgermeisterin.

Bereits jetzt zahlt die Gemeinde über 100  000 Euro im Jahr für den Kindergarten. Diese Summe würde sich bei zwei weiteren Gruppen verdoppeln. Im Haushalt bleibt nach den Abzügen der Pflichtaufgaben wie Kreis- und Amtsumlage, Schule und Kita unter dem Strich kaum etwas übrig. „Wir haben in diesem Jahr gerade mal 9600 Euro für Sanierungen und Reparaturen“, so Wulf. Das reiche bei weitem nicht aus.

Für einen Neubau müsste die Gemeinde einen Kredit aufnehmen. Marleen Wulf bezweifelt allerdings, dass die Kommunalaufsicht den Haushalt noch genehmigen würde. „Ich bin seit 18 Jahren Bürgermeisterin. Jetzt vergeht einem aber die Lust, weil das Geld fehlt und wir nicht in der Lage sind, etwas zu tun.“

Schuld an der Misere sind für die Gemeindevertreter die Politiker in Land und Bund, die den Eltern einen Kindergartenplatz garantiert haben. „Mit den Folgen lassen sie uns hängen“, so Marleen Wulf. Auch ihr Stellvertreter Hansjürgen Boller (WGM ) fühlt sich von den Kreis- und Landespolitikern im Stich gelassen. „Wir haben nicht mal die Möglichkeit, mit der Ausweisung von Bauland einen Kindergarten zu finanzieren. Bis 2015 können nur noch sieben Wohneinheiten in der Gemeinde entstehen“, sagt er

Marleen Wulf und ihre Amtskollegen haben am 18. Oktober ein Gespräch beim Landrat vereinbart. Auch auf dem Gemeindetag am Montag in Badendorf soll die Kita-Problematik thematisiert werden. „Wir können jetzt nicht mehr ruhig sein“, sagt Wulf, „wir können dem Landrat ja vorschlagen, dass der Kreis einen Kindergarten für zehn Gruppen baut.“

Bei den Eltern, die zu der Sitzung gekommen waren, gab es lange Gesichter. „Als wir hier her gezogen sind, wurde uns versprochen, dass es einen Kindergartenplatz gibt“, sagte eine Mutter enttäuscht. Auf eine schnelle Abhilfe kann sie nicht hoffen. Und in den Kindergärten im Umland sind ebenfalls keine Plätze vorhanden.

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