zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

06. Dezember 2016 | 11:17 Uhr

Stormarner Ausbildungsmarkt : Karriere - auch ohne Abitur

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Oldesloer Chefin der Agentur für Arbeit möchte duale Ausbildung stärken.

Die angekündigte Welle der Abiturienten aus dem doppelten Jahrgang, die auf den Ausbildungsmarkt drängen sollte, ist ohne nennenswerte Effekte verebbt. Prozentual stieg die Zahl der neuen Lehrlinge mit Abitur zwar um 44 Prozent. Absolut handelte es sich aber nur um 162 Jugendliche aus Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg. Das sind gerade mal sechs Prozent aller Bewerber.

Die haben immer noch die fast freie Auswahl, wenn sie nicht gerade in einen der Top-Ten-Berufe wollen. Da steht der Kfz-Mechatroniker an erster Stelle und der Sport- und Fitness-Kaufmann hat es erstmals in die Liste geschafft. In Stormarn hatten sich 1303 Jugendliche an die Agentur gewandt, 6,5 Prozent mehr als 2015. Noch stärker, um 10,4 Prozent auf 1475, stiegt die Zahl der gemeldeten Ausbildungsplätze.

Obwohl die Unternehmen bundesweit fast ein Drittel ihrer Stellen nicht besetzen konnte, waren am Stichtag 30. September 36 Stormarner Jugendliche ohne Ausbildungsplatz. „Sie haben sich entweder zu spät gekümmert, zu lange mit ihrer Zusage gewartet oder nur darauf gesetzt, weiter zur Schule gehen zu können“, sagt Klaus Faust, Geschäftsführer Operativ der Arbeitsagentur.

Dass mehr als 100 Lehrstellen in Stormarn nicht besetzt werden konnten, liegt am „Dreifach-Sog“: Die Attraktivität Hamburgs, dem demographischen Wandel und dem ungebrochenen Trend hin zur weiterführenden Schule. „Viele Jugendliche wären glücklicher, wenn sie ihre Stärken im Beruf ausleben könnten statt weiter zur Schule zu gehen, nur weil sie glauben, dass es keine Alternative gibt“, hält Agenturchefin Heike Grote-Seifert ein Plädoyer für die duale Ausbildung, die meist nicht als Karrieresprungbrett gesehen werde, obwohl sie es sei.

Weitere Langfrist-Trends auf dem Ausbildungsmarkt sind zum einen das Älterwerden der Bewerber. Ein Drittel haben den 20. Geburtstag hinter sich, 15 Prozent davon sind über 25. Und es kommen mittlerweile mehr Bewerber von berufs- als von allgemeinbildenden Schulen. 1,6 Prozent hatten keinen Schulabschluss.

zur Startseite

von
erstellt am 08.Nov.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen