zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 23:13 Uhr

Reinfeld : Kampagne komplett hausgemacht!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Dein Wohnort – deine Feuerwehr – deine Sicherheit: Werbung der ganz besonderen Art machen die Feuerwehren jetzt in Nordstormarn.

„Mit unseren 450 Aktiven in 19 Ortswehren und über 100 Mitgliedern bei unseren sieben Jugendwehren sind wir momentan noch gut aufgestellt“, sagt Albert Iken – seit 42 Jahren Ehrenamtler bei der Feuerwehr, seit elf Jahren Amtswehrführer. Doch das werde leider nicht so bleiben, weil viele Aktive aus Altersgründen ausscheiden würden. „In spätestens zehn Jahren wird sich unsere Mitgliederzahl halbiert haben, wenn wir nicht jetzt gegensteuern“, ergänzt Helge Trabert, Pressesprecher der Feuerwehren in Nordstormarn.

Unabhängig von der Kampagne des Landesverbandes der Freiwilligen Feuerwehren in Schleswig-Holstein, bei der unter anderem Löschkübel als Vorwarnung vor die Haustüren gestellt werden, initiierten Albert Iken, sein Stellvertreter Helge Trabert, ein Marketingfachmann und Freund sowie Feuerwehrmann Timm Aniol aus Hamberge eine eigene Mitgliederkampagne. Und das mit Erfolg.

„Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Genaue Zahlen haben wir noch nicht, aber das Interesse an unserer Kampagne ist deutlich spürbar“, so Trabert. Überall in den Gemeinden Nordstormarns hängt ein Plakat mit einem professionell von einem Feuerwehrmann aufgenommenen Foto und dem Titel „Dein Wohnort, deine Feuerwehr, deine Sicherheit“. „Wir wollen die Nordstormarner direkt ansprechen, ihnen zeigen, dass ein Nachbar im Ernstfall für Brandbekämpfung und Sicherheit sorgt“, so Iken. Die abgebildeten Ehrenamtler stammen alle aus der jeweiligen Gemeinde, so dass ein Wiedererkennungswert garantiert ist. Auf den Plakaten sind ein Mitglied der Jugendwehr, ein Feuerwehrmann und natürlich eine Feuerwehrfrau zu sehen. „Das haben wir ganz bewusst so gemacht, weil wir engagierte Frauen in unseren Freiwilligen Wehren dringend benötigen“, unterstreicht der Amtswehrführer. Wenn die Männer in den Dörfern arbeiten, könnten die Frauen im Ernstfall ausrücken. „Mit einer Zwölf-Prozent-Quote sind Frauen in Nordstormarn schon ganz gut vertreten, im Kreis sind es nur acht Prozent. Sie leisten bei uns hervorragende Arbeit", so Iken.

Man verstehe die Feuerwehr als Unternehmen, in dem jeder Posten besetzt sein müsse. Jeder könne seine Begabungen und Fähigkeiten hier in einer Kameradschaft ausleben – ob nun als Kfz-Mechatroniker, Tischler, IT- oder Verwaltungsfachmann, als Lehrer oder Bauarbeiter. „Jeder wird bei uns gebraucht, und es gibt ein gutes Gefühl, als Ehrenamtlicher etwas für die Gemeinschaft direkt in seinem Heimatort zu tun“, so Trabert. Neben der auffälligen Plakataktion erscheint in jedem Quartal die Broschüre „Brand aktuell“ mit interessanten Themen der Feuerwehr. Diese ist individuell auf jeden Ort zugeschnitten und enthält die Ansprechpartner vor Ort sowie Angaben über die Internetseite der Kampagne und die Facebookseite der Nordstormarner Wehren. Das Heftchen wurde bereits an alle Haushalte verteilt.

Mit den Sprüchen „Wer? ... wenn nicht du!“ und „Du und ich, wir retten Leben“ werben die Wehren für neue Mitglieder, die ab zehn Jahren bereits in der Jugendwehr eine fundierte Ausbildung erhalten und ab 18 Jahren in die aktive Wehr wechseln.

„Kameradschaft, Teamgeist und freundschaftliche Hilfe werden bei uns ganz groß geschrieben“, betont Iken. Man wolle Präsenz zeigen und darauf aufmerksam machen, wie wichtig das Ehrenamt bei den Wehren für jeden sei. Viele Menschen wüssten gar nicht, dass der Einsatz bei der Feuerwehr ehrenamtlich sei und es in Schleswig-Holstein nur vier Berufswehren gebe, sagt Iken. Da müsse noch jede Menge Aufklärungsarbeit geleistet werden. „Eine Pflichtwehr wie in Friedrichstadt und auf Sylt wollen wir auf gar keinen Fall“, unterstreicht Iken. Deshalb sei ihnen die Landeskampagne „ein wenig zu drastisch“. Die Leute sollen mit Freude dabei sein. Ohne die Unterstützung der Gemeinden Nordstormarns hätte die Kampagne nicht angeschoben werden können. Im Durchschnitt steuerte jede Gemeinde 800 Euro bei. Nach einem Jahr müsse man sich dann wieder etwas Neues einfallen lassen, damit das Interesse weiterhin angekurbelt bleibe.


>Interessierte erhalten Informationen über die Feuerwehren in Nordstormarn und über die Kampagne auf www.gemeinsam-sicher.org


zur Startseite

von
erstellt am 15.Jul.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen