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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 11:55 Uhr

Bad Oldesloe : Jugendliche wollen mitreden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Zwei Jahre nach dem Aus des Kinder- und Jugendbeirats in der Kreisstadt fordern junge Oldesloer die Neugründung.

Mitreden, organisieren und Dinge bewegen können – wenn sie dürften, würden acht Jugendliche aus Bad Oldesloe direkt loslegen und den Kinder- und Jugendbeirat der Kreisstadt mit neuem Leben füllen. Seit November 2014 war der Beirat nicht mehr aktiv. Der letzte Kämpfer für das Gremium, Leon Hollatz, gab damals entnervt auf. Die Gründe für das Scheitern des 2002 eingeführten Beirats waren vielschichtig. Vor allem lief es immer wieder auf ein Problem hinaus: Die Jugendlichen fühlten sich nicht ernst genommen, Projekte seien von Lokalpolitik zerredet worden. „Wir hatten damals den Eindruck, als habe sich die Politik nie an uns als Ansprechpartner gewöhnt. So ging es eigentlich nie wirklich los. Viele Initiativen versackten, bevor wir sie umsetzen konnten“, sagte Jasmin Heyer, Vorsitzende des 2004er Beirats rückblickend.

Wie es besser laufen könne, darüber haben sich die jetzt engagiert auftretenden Jugendlichen Gedanken gemacht, und sie wollen aktiv werden. „Ich habe bei dem Stormini-Projekt jemanden aus dem Ahrensburger Kinder - und Jugendbeirat kennen gelernt. Ich fand spannend, was die machen und wollte dann dem Oldesloer Beirat beitreten . Dann erfuhr ich, dass es den gar nicht gibt“, so Timo Lübben (18).

Schnell fanden sich Mitstreiter. Svea Müller (16), Anika Heinz (16), David Zilesch (18), Laura Lubahn (17) und Insa Kerssenbrock (17) waren mit Kathrin Stehr von der Stadtjugendpflege in den Bildungs- Kultur- und Sozialausschuss gekommen, um sich vorzustellen. Ihre Hoffnung: dass es schnell und unkompliziert eine Möglichkeit gibt, loszulegen.

Am liebsten würden sie noch dieses Jahr als Beirat in Aktion treten. Die Idee, die Stehr vorschwebte, war, dass diese Jugendlichen durch die Lokalpolitik sozusagen als Interimsbeirat benannt werden könnten, der dann die nächste reguläre Wahl vorbereitet. Die Jugendlichen selbst, sehen sich auch in dieser Rolle. „Wir würden das gerne erstmal wieder etablieren, die Satzung überarbeiten, schauen, wie die Strukturen umgearbeitet werden können und dann die nächste Wahl vorbereiten“, so Lübben. „Man muss den Beirat auch erstmal bekannt machen. Ich hatte zum Beispiel noch nie von der Möglichkeit gehört“, so Anika Heinz.

„Wir sollten diese Chance ergreifen und alles so unbürokratisch wie möglich machen. Ich möchte nicht, dass die Kinder und Jugendlichen wieder frustriert und demotiviert werden“, sagte Aygün Caglar. (CDU). „Wir hatten am Ende nur enttäuschte Jugendliche, die eigentlich vorher motiviert waren und in die Politik reinschnuppern wollten“, so Caglar weiter.

„Wollten wir nicht sowieso eine alternative Form finden, um die Jugendlichen beteiligen zu können. Muss es so ein Beirat sein?“, fragt Dagmar Danke-Bayer (Die Grünen).

„Wenn es genug Jugendliche gibt, die sich einbringen wollen. Dann ist der Beirat noch immer die Form, für die wir uns entschieden haben“, stellte Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak klar. Im November 2017 solle ein landesweiter Wahltag für Jugendgremien stattfinden. Daran könne Oldesloe dann ja teilnehmen, wenn genug Jugendliche zur Verfügung stünden. „Mir ist wichtig, dass das offen ist und andere noch mitwirken können. Das darf nicht so aussehen, als sei das neue Beirat“, warnte Matthias Rohde (FBO). Aygün Caglar und Rosemarie Behrendt (SPD) wurden zum Wahlausschuss gewählt.

Am 12. November soll es zunächst von 10 bis 19 Uhr einen Workshop für interessierte Jugendliche gemeinsam mit Kathrin Stehr in der Jugendfreizeitstätte geben. Zu diesem sind alle Kinder und Jugendlichen eingeladen, die sich in Zukunft gerne engagieren würden oder die auch darüber mitdiskutieren wollen, wie Beteiligung aussehen könnte.

>Anmeldung ist möglich bei

Kahtrin.stehr@badoldesloe.de

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