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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 05:16 Uhr

Stubbendorf : Jedes Objekt ist ein Unikat

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Brigitte Storck arbeitet seit über 30 Jahren mit Keramik und verleiht jedem Werk seine persönliche Note

In ihrem lichtdurchfluteten Atelier mit Blick auf das satte Grün ihres Gartens sieht es aufgeräumt aus. „Das ist natürlich, wenn ich an der Drehscheibe arbeite, nicht immer so“, schmunzelt die Keramikkünstlerin Brigitte Storck. Doch in dieser Woche bereitet sich die mit dem Perron-Kunstpreis und anderen Preisen ausgezeichnete Künstlerin auf das Event „Sommerateliers Schleswig-Holstein“ vor, bei dem sie die Türen zu ihren Räumlichkeiten für Interessierte öffnet.

Da möchte sie ihre Werke besonders schön in Szene setzen. „Die großen Keramikkugeln kommen auf die Terrasse, da kommen sie besonders gut zur Geltung“, sagt die Künstlerin, die sich seit Mitte der 1980er Jahre mit Keramik beschäftigt. Damals sei sie eher zufällig dazu gekommen, habe dann aber Feuer gefangen und die Werkkunstschule in Lübeck besucht. Seitdem hat sie viele Techniken ausprobiert – von der japanischen Brennkunst Raku über Steinzeug bis hin zu ihrer heutigen Leidenschaft: dem Arbeiten mit Porzellan. „Nach längerem Suchen und Finden habe ich mich jetzt darauf spezialisiert. Mit Porzellan kann man viel feiner arbeiten“, sagt sie. Besonders das Arbeiten mit weißem Porzellan sei ideal, so könne man beim Drehen die verschiedensten Einfärbungen mit beimischen und es entstehe jedes Mal ein ganz individuelles, einzigartiges Kunstwerk.

Brigitte Storck zeigt die filigranen weißen Vasen, die sie nach dem Drehen noch mit feinen Werkzeugen bearbeitet, damit Kanten entstehen. Jede Vase sieht anders aus – mal haben die Einfärbungen kleine Blumen hinterlassen, mal bunte Ringe oder Tupfen. Besonders ins Auge fallen zwei Objekte, die wie große Muscheln anmuten. Da denkt man schnell an Dänemark, Wind und Wellen. „Manchmal ist es auch eine Überraschung, was bei dieser Technik herauskommt“, so Storck. Die Interpretation bliebe dem Betrachter überlassen. Früher habe sie auch Gebrauchskeramik für Hundebesitzer gefertigt. „Aber das wurde mir auf Dauer zu langweilig, immer wieder die gleiche Dose mit dem gleichen Muster zu fertigen“, gibt sie zu. Dies hier sei viel spannender und biete auch dem Käufer ein wirkliches Unikat.

„Ich bin mehr der mathematische Typ“, sagt die Keramikerin mit einem Augenzwinkern. Kegeln, Kugeln, Rauten oder Zylinder verursachten hin und wieder auch eine optische Täuschung. Besonders bei den filigranen Schalen – außen mit Diamantschleifern poliert, innen rau oder umgekehrt – seien schwierig zu fertigen, weil sie aus zwei oder mehreren Porzellanteilen zusammengesetzt seien. Da müsse der eine Teil erst einmal trocknen – aber nicht zu sehr -, um an den anderen herangesetzt werden zu können. Oft tagelange Arbeit. Das Brennen im Elektroofen bei 1280 Grad nicht zu vergessen. Ihre Einfärbungen gewinnt Brigitte Storck oft selbst durch das Verwenden der Abdreh-Reste von der Töpferscheibe. Mit dem bloßen Auge seien sie gar nicht als rot oder blau zu erkennen. Da sei akribische Beschriftung erforderlich.

Storck: „Meine Werke leben von ihrer Lebendigkeit, nichts kann sich wiederholen. Das bleibt spannend.“ Sie reicht eine Schale herüber und fährt mit den Händen über den Rand: „Da geht es auch um die haptische Wahrnehmung.“ Beim Sommeratelier ist Dieter Geike aus Kneeden mit seinen Lichtsäulen bei ihr zu Gast.

>Die Sommerateliers in Schleswig-Holstein öffnen am Sonnabend, 20. August, und Sonntag, 21. August, jeweils von 11 bis 19 Uhr ihre Türen für Gäste. In Stormarn nehmen neben Keramikerin Brigitte Storck aus Stubbendorf auch Glaskünstler Dieter Geike aus Kneeden, Bildhauer Thomas Helbing aus Barnitz, Grafikerin Katrin Magens aus Ammersbek, Metallkünstlerin Hannelore Siering und Textilkünstlerin Nathalie Hauptmann aus Ahrensburg teil. Weitere Informationen erhalten Interessierte unter www.sommerateliers-sh.de.

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erstellt am 16.Aug.2016 | 10:14 Uhr

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