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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

Brunnenwasser : Jede fünfte Probe mit Nitrat belastet

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Werte sind alarmierend. Das Wasser aus 32 privaten Anlagen wurde analysiert. Nun liegen die Testergebnisse vor

Im August war der Verein VSR-Gewässerschutz mit seinem Labormobil in Ahrensburg. Dort konnte jeder Wasserproben aus seinem Brunnen abgeben, um es gegen eine Gebühr von 12 Euro auf Nitrat, Pestizide oder Krankheitserreger untersuchen zu lassen. Jetzt liegen die Ergebnisse vor: In jeder fünften Probe lag die Nitratkonzentration über 50 Milligramm pro Liter, Grenzwert in der Trinkwasserverordnung.

Analysiert wurde das Wasser aus 32 privat genutzten Brunnen. Bei einer Probe aus Hammoor wurden 107 Milligramm Nitrat pro Liter gefunden. Auch in Brunnen in Bargfeld-Stegen (98 mg/l), Siek (91 mg/l) und in Ahrensburg (61 mg/l) gab es überhöhte Werte. Wer das Wasser für Fischteiche nutzt, sollte bedenken, dass Nitrate zwar für die Fische nicht giftig sind, aber ein Düngemittel für sauerstoffzehrende Algen. Pflanzen wie die Wasserpest und Bakterien bauen Nitrat ab. Wenn man das Brunnenwasser als Gießwasser nutzt.,sollte man denm Düngungseffekt ebenfalls berücksichtigen.

Der VSR-Gewässerschutz möchte mit seinen Messungen dazu beitragen, dass die Werte für die Ausbringung von Dünger in der Landwirtschaft verschärft werden, damit nicht noch mehr Nitrate ins Grundwasser gelangen.

Vom Nitrat selbst geht nur eine sehr geringe Gesundheitsgefährdung aus. Unter bestimmten Umständen kann Nitrat jedoch teilweise zu Nitrit umgewandelt werden. Das steht unter dem Verdacht, krebserregend zu sein, und bei Säuglingen unter drei Monaten kann es eine Methämoglobinämie auslösen.

Der Grenzwert von 50 mg/l soll das ausschließen. Nach einer Empfehlung des Umweltbundesamtes kann bei Erwachsenen ein Nitratgehalt bis zu 130 mg/l zeitlich befristet toleriert werden. Allerdings sollten dann nur nitratarme Lebensmittel verzehrt und auf eine ausreichende Jod-Zufuhr geachtet werden.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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