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Stormarner Tageblatt

04. Dezember 2016 | 11:15 Uhr

Stormarn : Immer einen Klick voraus

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Kreisarchiv ist bei der Digitalisierung seiner Bestände ganz weit vorne. Akten, Pläne und Fotos sind inzwischen online – eine halbe Million Seiten.

Landrat Dr. Henning Görtz und Kreisarchivar Stefan Watzlawzik haben den Startschuss für die „Revolution ins Digitale“ gegeben. Rund 180  000 Akten mit einer halben Million Seiten sind in den letzten Jahren digitalisiert und jetzt online gestellt worden. In Norddeutschland ist das einmalig, bundesweit „sind wir ganz vorne mit dabei“, so Görtz.

Mehr als 200  000 Papierseiten, 100  000 Fotos sowie 50  000 Zeitungsartikel – „Wir gehören zu denen, die ganz viel Material online stellen“, sagt Watzlawzik, der hofft, dass es sowohl bei den Stormarnern als auch bei Wissenschaftlern auf große Resonanz trifft. Im Findbuch-Portal (www.kreisarchiv-stormarn.findbuch.net stehen Sitzungsprotokolle wie der Beschluss von 1951, die Südstormarner Kreisbahn einzustellen, oder Entschädigungs-Akten von NS-Opfern, „die sehr genau ihre persönlichen Verhältnisse schildern“, so der Archivar.

Zu den „Digitalisaten“ gehört auch das Kreisblatt, das von 1877 bis 1992 mit den amtlichen Bekanntmachungen erschien und die Lücke der letzten Kriegs- und ersten Nachkriegsjahre schließt, in denen keine Tageszeitungen erschienen.

Das Stormarner Tageblatt, 1839 als Oldesloer Landbote gegründet, wurde bereits größtenteils erschlossen, weitere Zeitungen sollen folgen. „Dank des guten Austauschs mit den Zeitungen und der vielfältigen Medienlandschaft haben wird 160  000 Digitalisate, so viel wie kein zweites Archiv in Norddeutschland“, sagt Watzlawzik, „wir dürfen sie aber noch nicht online stellen und müssen erst mit den Verlagen und Verwertungsgesellschaften sprechen.“

Der Startschuss ist ja auch noch nicht das Ende der Digitalisierung. Neben den Foto-Nachlässen, die bereits online stehen, sollen weitere Bilderreihen dazu kommen und Lücken in den Aktenbeständen geschlossen werden. Außerdem sollen im nächsten Jahr Akten mit großformatigen, farbigen Karten aus den 1950er bis 1970er Jahren digital zur Verfügung gestellt werden. An ihnen lasse sich in Kombination mit Texten und Fotos besonders nachvollziehen, wie sich Städte und Gemeinden im Kreis seit 1945 entwickelt haben, wo und wann Wohn- und Gewerbe- sowie Naturschutzgebiete entstanden.

Rund 400  000 Euro sind in den vergangenen drei Jahren in die Bestandserhaltung geflossen. 165  000 Euro waren Fördermittel vom Land, der Kreis gab noch mal dieselbe Summe, 100  000 Euro wurden von Stiftungen eingeworben. Neben den fünf Archiv-Mitarbeitern gibt es zurzeit anderthalb Projektstellen, die von der Jürgen-Wessel-Stiftung finanziert werden. Digitalisiert wird natürlich nicht nur für das Internet, sondern auf die für die kreisinterne Datenbank. Der elektronische Zugriff soll Arbeitsabläufe in der Verwaltung verbessern und beschleunigen.

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