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Stormarner Tageblatt

03. Dezember 2016 | 20:51 Uhr

Trittau : „Ich werde jetzt nicht abheben“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Trittau hat Bernd Geisler (69) die Ehrenbürgerwürde der Gemeinde verliehen. Sein Motto: „Solange Politik Spaß bringt, mache ich das“.

Trittau hat einen neuen Ehrenbürger: Bernd Geisler, langjähriges Mitglied im Gemeinderat und diversen Ausschüssen, früherer Schulverbandsvorsitzender und Gründer des HSV-Freundeskreises wurde von Bürgervorsteherin Ulrike Lorenzen und Bürgermeister Oliver Mesch zum Ehrenbürger Trittaus ernannt. Stargast des Abends war Uwe Seeler, sein langjähriger Freund.

„Ich werde nicht abheben“, versprach Geisler seinen langjährigen Weggefährten, die zahlreich zur Ehrung in der Hahnheideschule erschienen waren. Ihm habe sowohl sein Beruf, der immer an erster Stelle stand, als auch das Ehrenamt immer Freude bereitet: „Solange Politik Spaß bringt, mache ich das“, war sein Motto. Im nächsten Jahr wird Geisler 70. Dann will er endgültig mit der Arbeit in der Sparkasse aufhören, wie er ankündigte..

1978 begann Geislers ehrenamtliches Engagement. Bis 1982 war es zunächst als wählbarer Bürger im Finanzausschuss. Ab 1982 war er Mitglied des Gemeinderats für die CDU und blieb es 31 Jahre. Dazu war er 30 Jahre aktiv im Amtsausschuss, im Finanz- und Wirtschaftsausschuss, den er 14 Jahre lang leitete, vier Jahre im Hauptausschuss und sieben Jahre im SSK. Ebenso war Geisler Mitglied im Schulverband von 1982 bis 2011, davon 21 Jahre als Vorsitzender.

„Du hast die Politik maßgeblich mitgeprägt“, so Bürgervorsteherin Ulrike Lorenzen in ihrer Laudatio. Wegweisende Beschlüsse wie die vor- und nachschulische Betreuung in den 90-er Jahren, der Bau des Blauen Hauses, der Mensabau und die Übernahme des Gymnasiums vom Kreis seien unter seiner Regie gefasst worden. Dabei lautete sein Wahlspruch: „Nur kein Stress“. Der kam höchstens woanders auf, denn wenn es mit den Behörden mal nicht schnell genug ging, fuhr Geisler auch des Öfteren selbst nach Kiel, um die Lage zu klären.

Auch die Partnerschaft mit Gadebusch lag ihm am Herzen. Zudem engagierte sich Geisler im Kreisschützenverband, im Reit- und Fahrverein Trittau sowie beim Fußball im TSV Trittau. Und: Er hat seinen Stammplatz beim HSV, „immer noch!“, wie er betont. im Jahr 2011 wurde Geisler für sein ehrenamtliches Engagement mit der Freiherr-vom-Stein-Medaille ausgezeichnet.

„Du hast dein Leben Trittau gewidmet“, sagte Michaela Droege, vom Vorstand des CDU-Ortsverbandes. Geisler sei dabei fair und nie verletzend vorgegangen und habe sein Ziel nie aus den Augen verloren. Gadebuschs Bürgermeister Ulrich Howest würdigte Geisler als zuverlässigen, hilfsbereiten und sympathischen Vertreter Trittaus. Bundestagsabgeordneter Norbert Brackmann beglückwünschte zur höchsten Auszeichnung, die eine Gemeinde vergeben kann, und lobte, dass Geisler sein Haus und sein Herz auch für Flüchtlinge geöffnet habe.

Natürlich war auch der Fußball ein Thema. Mit dem HSV-Freundeskreis holte er namhafte Spieler nach Trittau wie beispielsweise Horst Hrubesch. Dass Uwe Seeler, Ehrenbürger der Hansestadt Hamburg, zum Festakt erschienen war, obwohl er gleich danach einen weiteren Termin hatte, zeigte dessen besondere Wertschätzung. „Ich empfand die Ehrenbürgerschaft als hohe Ehre, bin stolz darauf. Man hat etwas geleistet und bekommt was zurück“, so Uwe Seeler. Trotzdem sei es schön, einfach „stinknormal zu sein“, betonte „Uns Uwe“. Der 80-Jährige hält trotz der schlechten Zeiten zu seinem HSV: „Ich drücke die Daumen, dass es nicht zum Abstieg kommt. Aber ich gehe auch in der zweiten Liga zu den Spielen.“ Und Bernd Geisler ergänzt: „Abstieg ist kein Thema für mich, auch wenn es dieses Jahre schwieriger wird“.

Besondere Überraschung am Ende der Veranstaltung: Die Fraktionen im Gemeinderat hatten „die Bigelos“ engagiert, die still und leise hinter dem Bühnenvorhang auf ihren Auftritt warteten. Die Oldieband (alles inzwischen pensionierte Herren), ist weithin bekannt und beliebt in Trittau, gehört zu Geislers Generation und spielte zu dessen Freude Oldies für die Oldies.

>Info: Bernd Geisler ist der sechste Ehrenbürger Trittaus nach Johannes Reibniz, Otto Hergenhan, Kurt Arnold, Otto Bentien, und Johanna Lange, die jedoch alle bereits alle verstorben sind.





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