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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 04:16 Uhr

Bad Oldesloe : „Ich brauche eine große Kanne Kaffee“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Dienstantritt für den neuen Bürgermeister der Kreisstadt. Jörg Lembkes erster Arbeitstag war voller Besprechungen. Da musste die Einrichtung des Computerzugangs warten.

Von wegen, ruhig in den neuen Job reinschnuppern. „Ich konnte erst um 8 Uhr anfangen, weil ich noch keinen Schlüssel hatte“, erzählt Jörg Lembke von seinem ersten Arbeitstag als Oldesloer Bürgermeister. Das mit dem Schlüssel ist inzwischen geregelt, den hat der Verwaltungs-Chef. Um sich um einen Computerzugang zu kümmern, war aber noch keine Zeit. Auch die Frage des Diensthandys ist noch nicht geklärt. Besprechung reiht sich an Besprechung. „Ich bin gleich mit Terminen eingedeckt worden. Das ist auch gut so, ich bin kein Freund von Müßiggang“, macht Lembke deutlich.

Der Morgen begann gleich mit der Fachbereichsleiter-Runde. „Ich habe eine guten Eindruck von den Fachbereichsleitern, das sind hochmotivierte Leute“, ist der neue Bürgermeister nach der mehrstündigen Besprechung überzeugt: „Wir werden ein gutes Team bilden.“ Aktuell gehe es für ihn darum, in die Themen eingearbeitet zu werden. Klar könne er sich auf seine Mitarbeiter verlassen, sie das Tagesgeschäft alleine erledigen lassen.

„Aber die wollen ja auch Rückendeckung“, so Lembke. Deswegen müsse man sich über die Richtung abstimmen. Sowas wie die Richtlinienkompetenz des Bundeskanzlers – halt nur im Kleinen. Doch dabei will er es nicht belassen: „Ich will mich nicht raushalten. Die Bürger haben ein Recht darauf, dass ich auskunftsfähig bin.“

Die abendliche Bauausschuss-Sitzung musste vorbereitet werden. „Stadtplanung ist mir wichtig. Wo wollen wir die nächsten 10 bis 20 Jahre hin. Da will ich als Bürgermeister Akzente setzen“, sagt Jörg Lembke. Des VHS-Gelände an der Königstraße könnte dafür ein wichtiger Baustein sein. „Da haben wir wirklich ein Sahnestück“, ist Jörg Lembke überzeugt: „Da müssen wir ganz genau gucken, was wir damit machen.“ Verschiedene Wohnformen, Gastronomie, Parkplätze? „Das Gelände ist groß genug für verschiedene Lösungen. Es muss nicht nur elitärer Wohnraum für Reiche entstehen“, glaubt der neue Bürgermeister.

Was den Einsatz angeht, will Jörg Lembke mit gutem Beispiel voran gehen, morgens der erste und abends der letzte sein, von 7 bis 7 ... ungefähr. Wobei Jörg Lembke die Zeit nicht unbedingt im Büro absitzen will. „Ich will Antrittsbesuche machen“, kündigt er an. WAS, Landrat und Betriebe, aber auch Vereine oder Ortsteilbegehungen stehen auf dem Zettel. Und selbstverständlich auch das eigene Haus. „Wir haben uns darauf verständigt, dass ich Fachbereich für Fachbereich durchgehe“, so Lembke: „Alle 200 Namen könnte ich mir sowieso nicht merken.“ Als Korruptionsermittler sei er gewissermaßen ein „bewaffneter Buchhalter“ gewesen. 80 bis 90 Prozent der Arbeit habe im Büro stattgefunden. Das soll sich in Zukunft ändern. Lembke: „Es sollte reichen, wenn ich die Hälfte der Zeit Büroluft schnuppere.“

Und was will der neue Verwaltungs-Chef demnächst ändern? Lembke winkt ab: „Es macht doch keinen Sinn, wenn ich mit der Brechstange durchs Haus gehe. Ich werde mir alles genau angucken, und wenn ich feststellen sollte, dass etwas unrund läuft, werden wir das gemeinsam anpacken.“ Eine klare Direktive hat es aber gleich am Morgen für Vorzimmer-Chefin Anja Strohkirch gegeben: „Ich brauche ein große Kanne Kaffee!“

Das Verhältnis zwischen Verwaltung und Politik könnte besser sein. Deshalb plant Jörg Lembke regelmäßige Runden mit den Fraktionsvorsitzenden. „Man muss sich auch mal im kleinen Kreis verständigen, wie es für die Zukunft laufen soll. Das geht nicht immer in großer Runde“, begründet er diesen Vorstoß. Das könne zur Arbeitsentlastung der Verwaltung beitragen, weil dann nicht unter Umständen zwei Tage an einer Sitzungsvorlage zu einem Thema gearbeitet werden müsse, das ohnehin keiner wolle.

Aktuell ist Jörg Lembke Doppelbürgermeister – ehrenamtlich in seiner Heimatgemeinde Feldhorst und hauptamtlich in Oldesloe. Eine vorübergehende Überschneidung bis nächsten Monat, wie er betont. „Ich wollte, dass für die neue Konstituierung in Feldhorst alle an Deck sind. Das ging leider nicht früher.“ Vorsitzender des Kreisfußballverbands ist er auch noch. „Das Amt habe ich mir ohnehin schon immer mit Stellvertreter Heiner Wagner geteilt. Ich hoffe, dass er es übernimmt und auch gewählt wird.“ Das Thema werde sich beim nächsten Verbandstag erledigen.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 05.Okt.2016 | 06:00 Uhr

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