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Bad Oldesloe : „I remember – ich erinnere mich“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Internationale Holocaust-Gedenktag richtet sich gegen das Vergessen: Rund 30 Oldesloer kommen zum Stolperstein in der Fußgängerzone.

„Auch wenn ich alles andere als ein Freund von Aktionen der sozialen Netzwerke bin, heute beteilige ich mich gerne an der Internet-Aktion des Jüdischen Weltkongresses gegen das Vergessen des Holocausts“, sagt Bürgerworthalter Rainer Fehrmann und hält ein Blatt Papier mit der Aufschrift „I Remember“ hoch. Der Jüdische Weltkongress (WJC) startet zum Holocaust-Gedenktag (27. Januar) eine Internet-Aktion, ruft Menschen aller Länder und Religionen auf, ein Selfie ins Netz zu stellen mit den schlichten Worten „I remember“.

Anlässlich des Internationalen Holocaust-Gedenktags hält der Bürgerworthalter am Stolperstein in der Hindenburgstraße eine kurze Rede und erinnert daran, dass auch in Bad Oldesloe im Blauen Haus – zur Zeit des Nationalsozialismus ein Gefängnis der SA – Gefangene gequält, gefoltert und sogar ermordet wurden. „Das Gedenken an die schlimmen Ereignisse einer grausamen Zeit des Unrechts und der Unmenschlichkeit ist unverzichtbar, vor allem weil es den Anschein hat, dass bei einer nicht mehr übersehbaren Gruppierung doch die Vergesslichkeit oder Verdrängung den Vorrang übernommen hat“, betont Rainer Fehrmann am Freitag vor rund 30 Bürgern und Politikern, die sich zum „Gang der Erinnerung“ am Stolperstein eingefunden haben. Vor sechs Jahren war der Gedenkstein, eine kleine Bronzeplatte vor der Volksbank, für den Oldesloer Hans Wöltje in den Boden eingebracht worden, der als Bibelforscher und Mitglied der Zeugen Jehovas zunächst 1937 von den Nazis verhaftet, dann ins KZ Dachau verbracht, wo er 1942 ermordet wurde.

Am 27. Januar 1945 befreite die Rote Armee das KZ Auschwitz-Birkenau. Im Jahr 2005 wurde von den Vereinten Nationen der 27. Januar als Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust (Holocaust-Gedenktag) eingeführt. Weil Bad Oldesloe in diesem Jahr auch das 30-jährige Bestehen der Städtepartnerschaft mit der israelischen Stadt Beer Yaacov feiert, hat der Freundeskreis Beer Yaakov/Jifna die Gedenkfeier ausgerichtet, die nach einem kurzen „Gang der Erinnerung“ vom Stolperstein zum interkulturellen Treffpunkt „Kaktus“ mit einer musikalischen Lesung weitergeführt wurde.

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erstellt am 28.Jan.2017 | 08:00 Uhr

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