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Stormarner Tageblatt

03. Dezember 2016 | 14:47 Uhr

Historischer Schatz auf Dachboden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Restaurierung des Ammersbeker Kulturguts wurde vom Land mit 90 Prozent bezuschusst / Einzigartige Dokumente

Einen historischen Schatz hat Ammersbeks Archivarin Angela Behrens geborgen. „Auf dem Dachboden der Grundschule Hoisbüttel lagerten Akten der Gemeindeverwaltung aus den 1930er bis 60er Jahren“, erklärt sie. Vor der energetischen Sanierung wurden sie geborgen. Die Akten waren aber in so desolatem Zustand, dass sie nahezu unbrauchbar waren. Da fügte es sich, dass die Landesregierung ein Förderprogramm zur Restaurierung von Kulturgut aufgelegt hat.

„Sie hat 90 Prozent der Kosten übernommen“, freut sich Bürgermeister Horst Ansén. Immerhin 7080 Euro hat die Arbeit Gudrun Kühl gekostet. Die Hamburgerin ist eine der wenigen PapierRestauratorinnen in Norddeutschland. „Die Akten waren versprödet, rissig und miteinander verklebt, als ob sie im Wald gelagert wurden“, sagt Gudrun Kühl. Es gab zudem Insektenfraß und mikrobiellen Befall. Die Ordner selbst waren stark korrodiert. Stück für Stück hat sie die 3400 Seiten in den Formaten A 5 bis A3 mit dem Museumsstaubsauger und Pinsel gereinigt, Insektenkörper entfernt und das Konvolut aus 18 Ordnern nun an die Gemeinde übergeben.

Darunter ist etwa der Wasserschauplan von 1934 bis 1947. „Darin kann man die Lage der Flakstellungen im Krieg erkennen“, so Angela Behrens. Andere Ordner enthalten die Namen der Kriegsvermissten und -gefangenen, die Daten der Allgemeinen Ortskreiskasse von 1938 bis 1949, des Gemeindeprüfungsamts von 1942 bis 1945 oder des Amtsvorstehers in Ahrensburg, 1943 bis 1945.

Darin sind auch Dokumente aus Bünningstedt, das damals zum Amt gehörte. Auch Hoisbüttel war bis zur Zusammenlegung der fünf Ammersbeker Ortsteile 1978 eine selbstständige Gemeinde. Die Ortsidentitäten seien sehr unterschiedlich gewesen, so die Archivarin. „Normalerweise lese ich die Dokumente nicht“, sagt Gudrun Kühl, „aber diese waren sehr interessant.“

Die jetzt restaurierten Dokumente seien einzigartig. „Sie sind von großem Wert für nachfolgende Generationen“, so Ansén. Allerdings seien sie nicht dauerhaft zu erhalten, schränkt Kühl ein: „Selbst entsäuertes Papier ist nicht unbegrenzt haltbar.“ Deshalb sollten die Dokumente digitalisiert werden.

Die Akten sollenim Magazin auf dem Dachboden des Bauhofs eingelagert werden. Wer möchte, kann Einsicht nehmen. Die Archivarin bittet dafür um eine Anmeldung: „Denn wir haben nur einen Benutzerplatz.“

>Anmeldungen nimmt Angela Behrens freitags von 9 bis 12 Uhr unter (040) 60581-113 oder E-Mail gemeindearchiv.ammersbek@gmx.de entgegen. Da sie an den anderen Werktagen in Ahrensburg arbeitet, ist sie dort unter (04102) 77140 oder unter angela.behrens@ahrensburg.de erreichbar.






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