zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

05. Dezember 2016 | 01:34 Uhr

Historische Kartenwerke für die Zukunft gesichert

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Wahre Schätze“ aus dem Ahrensburger Stadtarchiv wurden fachkundig restauriert

Zerrissen, ausgefranst, notdürftig geklebt, fehlende Ecken: Die Spuren der Zeit machen auch vor historischen Papierdokumenten nicht Halt. Vor allem dann nicht, wenn sie früher oft benutzt wurden. Im Ahrensburger Stadtarchiv lagern rund 1200 Kartenwerke. 19 davon und ein gebundenes Kartenwerk aus dem Jahr 1921 (das zeigt eine Gesamtaufnahme der Stadt und des Kanalisations- und Leitungsnetzes) mit 66 handkolorierten Ansichtsseiten kamen vorgestern aus einer Hamburger Spezialwerkstatt zurück.

„Das sind wirklich wahre Schätze“, sagte Bürgermeister Michael Sarach bei der Präsentation der Karten, „für diese Arbeiten haben wir Landesmittel aus dem Programm zur Förderung von Vorhaben zum Erhalt schriftlichen Kulturgutes bekommen – ohne Förderung wäre das nicht möglich gewesen.“

Restauratorin Gudrun Kühl und Stadtarchivarin Dr. Angela Behrens erklärten an einigen Karten die Beseitigungen der Schäden, die, so sagte Gudrun Kühl, zwischen einigen Tagen und fünf Wochen dauerten. Vor allem die Beseitigung von Klebstoffresten der früher verwendeten selbstklebenden Reparaturmaterialien geriet zur zeitaufwendigen Prozedur. „Die Klebebänder mussten millimeterweise entfernt werden“, erklärte die Restauratorin. Die Risse im Papier wurden an den Rückseiten der Karten mit Japanpapier neu verklebt. Fehlstellen, vor allem an den Kanten und Ecken der Karten, wurden ebenfalls mit Japanpapier ergänzt.

Alle Vorderseiten waren stark verschmutzt, „ich habe die Flächen mit einem offenporigen Naturkautschukschwamm abgerieben, der Staub und Schmutz aufnimmt.“ Die im Laufe der Zeit entstandenen Knicke hat Gudrun Kühl durch schonendes Befeuchten und der anschließenden Trocknung beseitigt. Beim Trocknen wurden die Karten beschwert und dadurch geglättet.

„Die alten Karten geben einen Einblick in die Stadtentwicklung“, betonte Bürgervorsteher Roland Wilde am Beispiel einer Übersicht des Waldgutes Hagen aus den 1930er Jahren, die auf Pergamentpapier gezeichnet wurde. Gut darauf zu erkennen ist die Einteilung der Grundstücke aus dem früheren Schimmelmann-Besitz.

„Wir haben bewusst diese 19 Karten ausgewählt. Sie gehören zu einer Gruppe von bedeutsamen Karten, die historische Informationen erhalten und zugleich andere Unterlagen ergänzen“, sagte Dr. Angela Behrens: „Es gibt noch etwa 30 Kartenwerke, die dringend restauriert werden müssten, wir werden im kommenden Jahr erneut einen Förderantrag stellen.“ Für die Karten wurden spezielle Ablagemappen angeschafft, „geplant ist eine Digitalisierung, damit die Bürger diese stadtgeschichtlichen Schätze betrachten können.“

Rund 8800 Euro kostete die Restaurierung, das Land Schleswig-Holstein gab einen Zuschuss von 90 Prozent.






zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen