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Stormarner Tageblatt

03. Dezember 2016 | 20:51 Uhr

Hier sind sich alle Frauen einig: Irren ist männlich!

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Premiere: Die Oldesloer Bühne führt mit der Komödie ihr erstes Stück im Kub auf / Proben laufen auf Hochtouren

Heike Gräpel ist sichtlich erschöpft, aber auch sehr zufrieden. Die Vorsitzende der Oldesloer Bühne hat anstrengende Wochen und Monate hinter sich. Der Theaterverein feiert in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen und die mussten geplant und organisiert werden, was viel Zeit und Nerven kostete. Und dann stand kürzlich auch noch der Umzug ins neue Kultur- und Bildungszentrum an. Doch die Vereinsvorsitzende kann sich voll auf ihr tolles und tatkräftiges Team verlassen. Jetzt hat die Oldesloer Bühne in der nagelneuen Theaterwerkstatt des Kub ihr endgültiges Zuhause gefunden – nach einem halben Jahrhundert anstrengender Wanderschaft.

Die Kulissen und Requisiten wurden gerade erst aufgebaut und verstaut, da steht auch schon die erste Probe für das aktuelle hochdeutsche Stück „Irren ist männlich“ im neuen Kulissensaal auf dem Programm. „Anfangs haben wir hier ein bisschen gefremdelt“, gesteht Heike Gräpel. Schließlich ist in der nagelneuen Theaterwerkstatt alles anders und viel besser, als in den ehemaligen Kulissenräumen, die stets kalt und zugig waren.

„Ein Quantensprung“, sagt Andreas Zimmermann, der nach längerer Abstinenz inzwischen wieder zur Oldesloer Bühne zurückgekehrt ist und jetzt Regie führt. Vielen Oldesloern ist er als Salzgraf und vom Erfolgsstück „Kerle Kerle“ bekannt, aber auch im Ahrensburger Marstall und im Kleinen Theater in Bargteheide stand der Vollblutschauspieler bereits auf der Bühne.

„Ursprünglich war eigentlich ein anderes Stück geplant. Dann fragte mich Spielleiterin Birgit Kuhlke, ob ich nicht ,Irren ist männlich’ inszenieren könnte“, erzählt der 54-Jährige. Da die Komödie in den 60er Jahren angesiedelt ist, wollte Andreas Zimmermann die Handlung aktualisieren, schrieb das Stück komplett um und kürzte es um die Hälfte, sonst hätte die Aufführung drei Stunden gedauert. „Außerdem hat die Story jetzt einen Bezug zu Norddeutschland und Bad Oldesloe bekommen. Und auch die Moralvorstellungen der 60er Jahre haben wir im Stück gründlich entstaubt“, so der Regisseur.

Vor vier Monaten begann das siebenköpfige Ensemble mit den Proben und Andreas Zimmermann ist zufrieden mit der Leistung seiner Akteure. „Die Truppe funktioniert sehr gut und ist sehr sicher. Aber nach oben geht immer noch was. Doch die kleinen Ecken und Kanten sind ja auch das Spannende“, findet der Regisseur.

Heiko Vosgerau, der auch beim Verein „Bad Oldesloe macht Theater“ von Anfang an auf der Bühne stand, spielt die Hauptrolle – den ebenso pedantischen wie erfolgreichen Geschäftsmann Peter Weingarten, der zusammen mit seiner Frau Sabine (Nadine Hamm) standesgemäß in einer gediegenen hanseatischen Villa lebt. Sein Privatleben ist genauso straff organisiert wie seine Firma, was seine Ehefrau zu ihrem Leidwesen täglich zu spüren bekommt. Da Zeit auch Geld ist, will er – nicht ganz uneigennützig – die bevorstehenden Weihnachtstage dazu nutzen, die Hochzeit von Sohn Klaus, der in dem Stück allerdings nie auftaucht, mit der Tochter seiner größten Konkurrentin Gloria von Ahlborn (gespielt von Heike Gerken) einzufädeln. Doch Klaus, der in Paris Medizin studiert, hat eigene Pläne. Er hat sich mit Susanne (Vanessa Sacharow) verlobt, die er seinen Eltern vorstellen möchte.

Da sich sein Flug aus Paris verzögert, bittet er seine Eltern, die junge Frau aufzunehmen. Doch was beiden da ins Haus schneit, bringt ihr Weltbild ins Wanken, denn Susanne ist alles andere als „standesgemäß“. Mit der quirligen Studentin hat auch Diener Heinrich seine liebe Not. Gespielt wird er vom Bühnenurgestein und Gründungsmitglied Claus Cummerow, der nach zehn Jahren Pause endlich wieder auf der Bühne mitmischt und in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag feiert. Aus dem ganzen Tohuwabohu hält er sich vornehm heraus, und so ist „Holzmogul“ Heiko Vosgerau der geballten Frauenpower auf der Bühne zunehmend hilflos ausgeliefert. Psychologiestudentin Susanne terrorisiert das Ehepaar zunächst, um dann den kurz vor einem Herzinfarkt stehenden Schwiegervater in spe zu therapieren.

Auch das Technikteam, das hinter den Kulissen für Licht und Ton sorgt, wird von Frauen dominiert. Für die Tontechnik sorgen Frauke und Anna Kreutzberger sowie Lisa Priebsch, die von ihrem Vater Frank und Freund Tobias Raupach unterstützt wird. Um eine optimale Beleuchtung kümmern sich Inga Maria Vosgerau und ihre Tochter Emma (10). Auf der knapp 50 Quadratmeter großen Kub-Bühne wird es wohl recht eng werden für das Ensemble, das in der Festhalle wesentlich mehr Platz hatte. „Wir werden das Beste draus machen“, verspricht Andreas Zimmermann.

>Die Premiere findet am Sonntag, 25. September, ab 18 Uhr statt.



Weitere Aufführungen: Freitag, 30. September, 20 Uhr; Samstag, 1. Oktober, 20 Uhr; Sonntag, 2. Oktober, 18 Uhr; Freitag, 7. Oktober, 20 Uhr; Samstag, 8. Oktober, 20 Uhr; Sonntag, 9. Oktober, 18 Uhr; Samstag, 29. Oktober, 20 Uhr; Sonntag, 30. Oktober, 18 Uhr.



Karten gibt es im Vorverkauf für 10 Euro u.a. am Bühnentelefon unter 04531/8801330 und an der Abendkasse für 13 Euro.






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erstellt am 15.Sep.2016 | 11:41 Uhr

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