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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 19:38 Uhr

Bargteheide : Hier hat der Sport das Wort

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Angebote und Zustand der Anlagen kommen auf dem Prüfstand. Die Wünsche der Bürger sollen berücksichtigt werden.

Etwa 1500 Haushalte in Bargteheide erhalten in der kommenden Woche Post aus Kiel. Inhalt sind Fragebögen des sportwissenschaftlichen Instituts an der Uni Kiel. Mit dem Ergebnis aus der Auswertung möchte die Stadt in Zukunft der Sportstätten besser planen. „Die Anforderungen einer wachsenden Stadt ändern sich“, sagt der amtierende Bürgermeister Claus Christian Claussen. Dafür sei eine wissenschaftliche Begleitung sinnvoll.

„Wir möchten Angebot und Nachfrage zusammenbringen“, sagt Prof. Jens Flatau vom sportwissenschaftlichen Institut an der Uni Kiel. In der repräsentativen Befragung soll der zukünftige Bedarf ermittelt werden, also die Wünsche der Bevölkerung. Außerdem geht es um den Zustand der Sportanlagen und ihre Kapazitäten. „Üblicherweise rechnet man mit 30 Jahren Nutzungsdauer, dann steht eine Sanierung an“, sagt Flatow. Ziel ist eine Prognose des künftigen Bedarfs für die kommenden Jahrzehnte.

Befragt werden auch Vereine und Schulen, ebenso das Statistikamt Nord und das Amt Bargteheide Land werden um ihre Einschätzungen gebeten. Mit einer Bürgerbeteiligung hat die Stadt gute Erfahrzungen gemacht. „An der Planung des Jugendsportparks haben Schüler wesentlichen Anteil gehabt“, sagt Detlef Müller, der Leiter des Bürgerbüros.

Ende dieses Jahres wollen die Wissenschaftler einen Zwischenbericht vorlegen. „In der zweiten Projektphase werden wir Workshops veranstalten und etwaige Lücken im Angebot ermitteln“, sagt Flatau. Alle Beteiligten sollen an einen Tisch geholt werden, um Empfehlungen an die Stadt zu formulieren. Ähnliche Projekte haben die Wissenschaftler schon für die Kreise Segeberg und Eckernförde durchgeführt, auch für einzelne Kommunen in Nordfriesland. Das Land fördert das mit 10  000 Euro Zuschuss, für Bargteheide bleiben Kosten von 14  000 Euro. Die Kommunalpolitik muss dann entscheiden, was wann umgesetzt wird.

Die Situation der Stadt ist komfortabler, weil sich die Altersstruktur der Bevölkerung hier langsamer ändern wird als auf dem flachen Land. Es gibt aber auch klare Trends: „Die Nachfrage nach Sporthallen wird steigen“, sagt Flatau. Denkbar sei auch ein Rückbau von wenig nachgefragten Sportanlagen, um Sanierungs- und Betriebskosten einzusparen. Ein weiteres Ergebnis kann eine bessere Auslastung des vorhandenen Angebots sein. Viel Luft nach oben für eine mögliche Optimierung gibt es allerdings nicht. „Die Hallen sind weitgehend ausgelastet“, sagt Sabine Meurers von der Stadtverwaltung. Der TSV sei mit etwa 3500 Mitgliedern der zweitgrößte Sportverein im Kreis.

Mit dem Schreiben werden mehrere Fragebögen verschickt, damit auch Familienangehörige ihre Wünsche und Vorschläge äußern können. Ein Freiumschlag für die Rücksendung wird ebenfalls beigefügt. Claussen hofft auf eine breite Beteiligung: „Je besser die Resonanz ist, desto besser werden die Daten für zukünftige Entscheidungen.“





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