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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 01:26 Uhr

Ahrensburg : Hier blickt keiner mehr durch

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Verkehrsprävention mit der Polizei an den Beruflichen Schulen in Ahrensburg bringt Erstaunliches zutage.

„Zwei, drei Bier – das kann doch nicht so schlimm sein.“ „Das Handy kann ich kurz benutzen am Steuer, es ist ja nicht so viel Verkehr.“ Oder auch: „Ich kann rechtzeitig bremsen, auch wenn ich 50 in der 30er Zone fahre“ Es sind solche und ähnliche Irrtümer und Fehleinschätzungen, die oftmals dafür sorgen, dass es zu vermeidbaren Unfällen kommt. Im Rahmen der Präventionsarbeit besuchen die Polizeibeamten Tino Sdunek und Patrick Moser in dieser Woche die Beruflichen Schulen in Ahrensburg, um sich mit insgesamt 24 Schulklassen mit diesen Themen auseinanderzusetzen.

„Unser Wunsch ist es immer noch, dass am Ende der Schulzeit jeder Stormarner Schüler an der Prävention teilnehmen konnte“, erklärt Sdunek. Ob damit viel bewegt werde, wisse er nicht. „Präventionsarbeit ist ja nicht messbar. Aber wenn wir auch nur einen Schüler dazu bringen, nochmal nachzudenken und so Unfälle verhindern, hat es sich doch schon gelohnt“, sagt sein Kollege Moser. Dieses Gefühl sei motivierend.

Die jungen Verkehrsteilnehmer reagierten zum Teil auch überrascht, wenn sie an einem Testgerät feststellten, wie lang der Bremsweg eines zu schnellen Fahrzeugs in der 30er Zone sein kann. „Da muss ich dann schon sagen, dass sie nun ein mögliches überfahrenes Kind zehn Meter mitgeschliffen hätten“, so Moser.

„Ich finde das schon sinnvoll und man ist über manche Fakten dann auch etwas erstaunt“, sagt Lisa Keil, die sich in Glinde zur Frisörin ausbilden lässt und seit vier Tagen ihren Führerschein hat. Mit Hilfe einer Brille, die unterschiedliche Betrunkenheitszustände simuliert, konnte Sdunek ihr und ihren Klassenkameraden verdeutlichen, wie sehr die Wahrnehmung unter Alkoholeinfluss leidet.

Beim Thema Handy am Steuer haben die Beamten eine klare Meinung. „Wenn ihr jemanden seht, der am Steuer das Handy benutzt, sagt sofort, dass ihr aussteigen wollt“, so Moser. „Ich kann es nicht verstehen, dass die Autoindustrie immer mehr Technik in die smarten Fahrzeuge einbaut, die man gar nicht braucht. Wer muss während der Fahrt bei Facebook online sein? Das lenkt alles nur unnötig vom Fahren ab. Das ist eine sehr schlechte Entwicklung aus unserer Sicht“, so Moser weiter.

Sdunek und sein Kollege sind froh, dass sie ihre Präventionsarbeit fortsetzen können. 2015 sah es so aus, als würde dieser Bereich bei der Polizei in Schleswig-Holstein geschlossen, weil alle Beamten im regulären Dienst benötigt wurden. „Der Hauptgrund war, dass wir bei einer Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge eingesetzt werden sollten. Doch diese wurde im Endeffekt gar nicht gebaut. Die Lage normalisierte sich und wir hatten Glück, dass wir weitermachen können“, so Sdunek.

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erstellt am 23.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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