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Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 09:07 Uhr

Havanna – im Auge des Betrachters

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Karibik-Metropole zwischen Mythos und Wirklichkeit: Vernissage zur Ausstellung am Sonnabend in der Galerie „Exit Barsbüttel“

„Exit Barsbüttel“ hat Jürgen Hübner seine Galerie genannt. Wohlwissend, denn sie liegt im „Niemandsland“ des Gewerbegebietes an der Autobahn. „Nach zwei Dutzend Einzelausstellungen meiner Fotografien in Hamburg, Lübeck und Berlin möchte ich selbst entscheiden, welche Bilder hängen. Das Wagnis gehe ich gern ein“, sagt Hübner. Der 75-Jährige hat schon ganz andere Geschichten hinter sich.

Als sich der schwedische Papierkonzern, bei dem Hübner arbeitete, aus Deutschland zurückzog, übernahm er die Reste der Firma und führte sie zum Erfolg. 28 Jahre war er als Unternehmer erfolgreich, bevor er die Firma vor 25 Jahren verkaufte. Schon vorher hatte er sich im Amateurtheaterbereich als Schauspieler und Regisseur engagiert. 1991 kaufte er dann ein altes Hausboot, das er in zwei Jahren selbst zum „Theaterschiff am Mäuseturm“ umbaute.

Nun machte er Theater auf eigene Rechnung und mit Profis. Auf dem Schiff war er Regisseur, Bühnenbildner, Techniker und Fotograf für die Schaukasten- und Presse-Bilder. Die Erfolgsgeschichte endete in einer eisigen Januar-Nacht im Jahr 2003, als das „Theaterschiff am Mäuseturm“ aus unbekanntem Grund unterging.

Nun wurde das Fotografieren wieder sein größtes Hobby. Bereits mit zehn Jahren bekam bekam er seinen ersten Fotoapparat von seinem Großvater in Jena geschenkt. In der Schulzeit in Hamburg entdeckte er seine Liebe zur Schauspielerei und wollte nach seinem Abschluss 1958 beides verbinden und Theaterfotograf werden. Die Idee gab er nach einem Praktikum wieder auf. Auch sein zweiter Berufswunsch, die Schauspielerei, erfüllte sich leider nicht.

Seit mehr als zehn Jahren ist nicht nur auf seinen Reisen um die Welt die Kamera immer dabei. Getrieben von einer nicht versiegenden Neugierde streift der 75-Jährige stundenlang durch die Städte, immer auf der Suche nach dem besonderen Gesicht, der unerwarteten Situation, dem eindrucksvollen Objekt.

In der Galerie im Kiebitzhörn 5 - 9 will Jürgen Hübner aber nicht nur Fotos zeigen. „Als langjähriger Betreiber des Theaterschiffs habe ich immer noch Lust, Programme zu entwickeln.“ Die Eröffnung am Sonnabend, 19. November, um 19 Uhr ist gleichzeitig die Vernissage für seine Ausstellung „Havanna 2015 – Mythos und Wirklichkeit“, die musikalisch von der Band „21twenty“ mit Rhythm und Blues, Boogie und Swing begleitet wird.

Am Sonntag, 11. Dezember, lädt Hübner erstmals zu „Lust auf ...?“ ein. Zum Auftakt der Reihe geht es natürlich um Havanna. Im Dezember 2015 war Hübner zwei Wochen Tag und Nacht auf den Straßen Havannas unterwegs, besuchte Rumba-Schulen, Open-Air-Festivals und vor allem Stadtviertel ohne Touristen. Aus dem reichen Schatz seiner Bilder, die den morbiden Verfall der karibischen Metropole und die ungebrochene Lebenslust seiner Bewohner dokumentieren, konnte er für die Ausstellung nur einen kleinen Teil auswählen. An diesem Abend zeigt er ab 18 Uhr viele Bilder mit dem Beamer auf der Leinwand. Der Eintritt kostet 10 Euro.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 10:54 Uhr

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