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Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 23:13 Uhr

Alarm bei den Hühnern : H5N8 - Ausnahmezustand am Öko-Institut

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Forschungsinstitut Trenthorst ist bis jetzt glücklicherweise von der Vogelgrippe verschont geblieben. Das soll so bleiben. Deshalb sind alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen.

Mehr als 200 verendete Vögel wurden an mehreren Seen bei Plön gefunden, jetzt mussten 30000 Hühner auf einem Hof im Kreis Schleswig-Flensburg getötet werden. Die Vogelgrippe ist ausgebrochen und versetzt Geflügelzüchter im ganzen Norden in Angst und Schrecken. Mitarbeiter des Friedrich-Loeffler-Instituts aus Greifswald suchen fieberhaft nach der Ursache, wie das hochansteckende H5N8-Virus übertragen werden konnte. Kann so etwas auch im Kreis Stormarn passieren? Wie schützen sich Geflügelbetriebe im Kreisgebiet vor der Vogelgrippe?

Im Institut für ökologischen Landbau in Trenthorst sind alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen. „Natürlich ist unser Forschungsbetrieb betroffen von den Verhaltensregeln zur Geflügelpest“, so Institutsleiter Dr. Hans Marten Paulsen, „Wir müssen unsere Tiere schützen und haben Glück, dass dies bei uns problemlos möglich ist.“

Das Institut startete im vergangenen Jahr mit dem Forschungsprojekt an den Hühnern der Rasse Lehmann dual, bei der die männlichen Tiere zur Mast, die weiblichen zum Eierlegen verwendet werden. „Die männlichen Küken sind längst groß und wurden geschlachtet, so dass wir nur die Hennen sicher unterbringen mussten. Anders bei den 160 Masthühnern der in der deutschen Öko-Hühnerhaltung weit verbreiteten Herkunft „Hubbard Ja-757“, die in einem Offen-Stall gehalten werden. Vier mobile Hühnerställe mit einem weitläufigen Auslauf stehen auf einer Wiese in Wulmenau. Inzwischen wurde sogar als Schutz gegen Greifvögel ein Netz über den Hühnerauslauf gespannt. „Das reicht jedoch nicht, um die Tiere vor der Geflügelpest zu schützen. Kleinere Wildvögel könnten hindurchschlüpfen und das Virus übertragen“, erklärt Hans Marten Paulsen.

Deshalb zogen alle Hühner jetzt in den ehemaligen Ziegenstall gleich nebenan um, der seit dem Brand des historischen Schweinestalls in Wulmenau auch als Zwischenunterkunft für die Schweine dient. „Früher wurde der Stall für die Rinder genutzt, so dass genügend separate Räumlichkeiten für die Hühner vorhanden sind“, sagt er. Die mobilen Geflügelställe wurden von außen an die Stallöffnungen herangeschoben, so dass die Hühner sich weiterhin in ihrer gewohnten Umgebung befinden und den Innenbereich als Auslauf nutzen können.

Außerdem sind einige Hühner in großen Volieren untergebracht, die sie ebenfalls gut schützen. Das sei sicherlich nur eine Notlösung und langfristig keine gute Voraussetzung für die weitere Forschung. Deshalb habe man die Forschungsprojekte auch „heruntergefahren“. Die idealsten Bedingungen seien sowieso im Sommer. Doch müsse natürlich auch in der kalten Jahreszeit geforscht werden, um einen Nutzen für die Landwirte zu erzielen. Denn Geflügelzucht sei ja kein Saisongeschäft.

Jeder Geflügelbetrieb mit Außenhaltung müsse sich darauf einstellen, im Ernstfall die Tiere auch aufstallen zu können. Jetzt müsse man erst einmal abwarten, wie lange die Vogelgrippe noch in Schleswig-Holstein grassiere. Es könne vielleicht noch Monate dauern, bis es Entwarnung gebe. Der Institutsleiter kann auch nur spekulieren, wie das gefährliche Virus übertragen wurde: „Es sind zurzeit viele Zugvögel unterwegs, dadurch kann sich das Virus schnell verbreiten.“ Wie viel Schaden die Vogelgrippe im Endeffekt anrichte, könne man jetzt noch nicht absehen. Er hoffe aber, dass die erste Welle schnell abebbe und dann wieder Normalität einkehre.

Betreten dürfen Fremde den Geflügelstall nicht. Das ist auch zu normalen Zeiten nur mit Schutzkleidung erlaubt. Paulsen: „Wir achten streng auf die hygienischen Bedingungen und die Geflügelpest kann auch durch Besucher mit eingeschleppt werden.“ Bis jetzt sei Trenthorst glücklicherweise verschont geblieben und das solle natürlich so bleiben. Man könne jetzt nicht mehr tun, als kräftig die Daumen drücken.

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erstellt am 15.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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