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Stormarner Tageblatt

24. April 2017 | 07:20 Uhr

Bad Oldesloe : Gewinn trotz Niedrigzinsen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Sparkasse Holstein hat auch 2016 mehr als 12 Millionen Euro verdient. Die Digitalisierung geht weiter voran.

Falsche Bescheidenheit kann man Dr. Martin Lüdiger nicht nachsagen: „Wenn uns einmal das Wasser bis zum Hals stehen sollte, sind andere Banken längst ertrunken“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Holstein mit Blick auf die Bilanz 2016 und die Zukunftsaussichten. Er und seine seine Vorstandskollegen Joachim Wallmeroth und Michael Ringelhann sehen die Sparkasse für die künftigen Herausforderungen gut aufgestellt – besser als viele ander Banken, so Lüdiger.

Wie in den Vorjahren weist die Sparkasse für 2016 einen Bilanzgewinn von 12,1 Millionen bei einer leicht um 1,3 Prozent verringerten Bilanzsumme von 5,7 Milliarden Euro aus. Zusammen mit der Rücklagenbildung werde das Kernkapital um rund 64 auf 560 Millionen Euro aufgestockt. Möglich ist das durch ein Betriebsergebnis von 72,7 Millionen Euro vor Bewertung. Das sind 1,23 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme und liege damit über Landes- und Bundesschnitt. Lüdiger: „Wir wollen ja immer ein bisschen besser sein als der Durchschnitt, und mit dieser Eigenkapital-Basis könnten wir bei einer Kreditflaute ein Programm zur Versorgung des Mittelstandes auflegen.“

Der fast alles beeinflussende Faktor der Branche bleibt das extrem niedrige Zinsniveau: Die deutlichen Rückgänge beim Zinsüberschuss konnten wir durch das Provisionsgeschäft nicht kompensiert werden. „Es führt kein Weg daran vorbei, dass Kosteneinsparungen in den nächsten Jahren im Fokus bleiben“, so Lüdiger.

Die Einlagen seien 2016 um 1,6 Prozent auf 4,1 Milliarden Euro gestiegen, das Kreditgeschäft um 3,8 Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Davon seien 3,3 Milliarden an Unternehmen gegangen. Rund 200  000 Kunden habe die Sparkasse Holstein, 20  000 davon seien Firmen.

Zinsen sind ein Thema, Digitalisierung ein anderes: Die Sparkasse sieht digitale und mobile Technologie als Chance für den Vertrieb ebenso wie für interne Prozesse. Als Beispiel beim Vertrieb nannte Lüdiger eine App, die bereits 22  000 Kunden für Bankgeschäfte über Smartphones und Tablets nutzten. Der Internetauftritt sei komplett überarbeitet, die Seite passe sich automatisch dem Bildschirm an. Zum Kunden kann man nun auch werden, ohne einen Fuß eine Filiale zu setzen. Das ermöglicht eine Video-Legitimation mit Ausweis oder Pass.

Intern soll Digitalisierung Platz schaffen und das Suchen erleichtern: Die Kreditakten belegten vier Regal-Kilometer und 900 Quadratmeter Kellerfläche. Werde eine Akte gebraucht, müsse sie herausgesucht und an den jeweiligen Standort gebracht werden. Aktuell wird das gesamte Kreditarchiv digitalisiert. „Mit der elektronischen Kreditakte können unsere Berater jederzeit auf alle Archivunterlagen zugreifen und schnell auf Kundenanfragen reagieren.“

An anderen Stelle führe die Digitalisierung zu Prozess-Optimierung und mehr Nachhaltigkeit. „Wir werben zum Beispiel unter den Absenderangaben in unseren E-Mails für den elektronischen Kontoauszug. Im letzten Jahr konnten wir gut 15 Prozent Papier bei den Kontoauszügen einsparen. Das sind mehr als 500  000 Auszugsabrufe weniger.“ Auch die Rechnungsbearbeitung erfolge seit 2016 elektronisch.

Ungeachtet jeder Technik bleibe aber der Mensch für die Sparkasse im Vordergrund, so Lüdiger. In den Filialen habe die persönliche Beratung von Kunden große Bedeutung. „Geldanlagen sind immer etwas abstraktes, und da möchte der Kunde gerne drüber sprechen.“

Die veränderten Ansprüche an die Filialen spiegeln sich auch in der räumlichen Gestaltung. „Der Kunde mag keine großen Räume, in denen nur wenige Menschen sind“, sagt Joachim Wallmeroth. Sowohl bei neuen Filialen wie in Barmbek, der vierte neuen Geschäftsstelle in Hamburg, als auch bei der Renovierung wolle man eine hohe Flächeneffizienz auf wenig Raum erreichen. Zudem sollen die Kunden im Laufes des Jahres befragt und kritische Angaben auch ausgewertet werden, so Lüdiger: „Wir möchten die Kunden zu Fans unserer Sparkasse machen.“

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erstellt am 16.Mär.2017 | 06:00 Uhr

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