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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 01:29 Uhr

Jubiläumsfest: : Gern gesehene Gäste in Ammersbek

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

30-jährige Verschwisterung zwischen dem bretonischen Montoir und Ammersbek wird an diesem Wochenende gefeiert.

Mit dem lang ersehnten Frühling kamen auch die Franzosen nach Ammersbek. An diesem Wochenende wird die 30-jährige Verschwisterung zwischen dem bretonischen Montoir und der Stormarner Gemeinde gefeiert. Wie immer gibt es ein buntes Programm für die Besucher, die bei Gastfamilien wohnen.

Beim Frühschoppen auf der Festwiese beim Pferdestall trafen sich an Himmelfahrt viele alte Bekannte und Freunde wieder. Politik spielte dabei keine Rolle, im Mittelpunkt stehen die persönlichen Begegnungen. Viele kennen sich seit Jahrzehnten. Anteil nehmen die Gäste am Schicksal der über den Alpen deutschen Flugpassagiere, umgekehrt drücken die Gastgeber ihr Bedauern über die Terroranschläge von Paris aus.

Peter Weiß war Gemeindevertreter, als die Verschwisterung 1986 besiegelt wurde. „Montoir kam aus der Konkursmasse einer gescheiterten Partnerschaft zu uns“, sagt er mit milder Ironie. Die Franzosen seien anfangs skeptisch gewesen: „Im Gemeindeparlament stimmten dort nur neun Vertreter dafür, 20 Mitglieder enthielten sich.“ In Ammersbek wurde der SPD-Initiative hingegen einstimmig verabschiedet. Die anfängliche Zurückhaltung wich rasch. Beim Erstbesuch warb der damalige Bürgermeister Werner Schwiderski 2000 D-Mark mehr ein, um eine Hafenrundfahrt in Hamburg zu finanzieren“, erinnert sich Weiß. „Im Dock lag damals die ehemalige „France“, und dem Bürgermeister Hubert Boyer kamen bei dem Anblick die Tränen.“ Boyer hatte als Schiffbauer mit an der Fertigstellung gearbeitet. „In der Halle des Bauhofs haben wir dann so gefeiert, dass und Hören und Sehen verging“, sagt Weiß. Schwiderski und der damalige Bürgervorsteher Günter Schmidt seien damals die treibenden Kräfte für diese Partnerschaft gewesen.

Seitdem ist viel Wasser die Loire hinabgeflossen, an deren Ufer Montoir liegt. Für die junge Generation ist das gemeinsame Europa selbstverständlich geworden, der Enthusiasmus dafür lässt nach. Das bedauert Bürgermeister Horst Ansèn: „Neue Ideen sind gefragt, um den Austausch auf eine breitere Basis zu stellen.“ Zwar sei das Verhältnis zu Frankreich nach wie vor gut, aber in Europa wüchsen Misstrauen und alte Vorurteile. „Grenzen werden geschlossen und Unterschiede betont.“ Europa stehe unter großem Druck von außen, auf den es noch keine gemeinsame Lösung gebe.

Montoir profitiert von der Werft und dem Airbus-Werk im nahen St. Nazaire. „Sie sind für die nächsten zehn Jahre mit Aufträgen ausgelastet“, freut sich die Bürgermeisterin Michèle LeMaitre. Sie erwartet, dass die Arbeitslosigkeit deshalb weiter zurückgeht.

In diesem Jahr fällt der Hafengeburtstag auf den Besuchstermin, der stets am Himmelfahrtswochenende ist. Wieder steht deshalb eine Hafenrundfahrt auf dem Programm. Am kommenden Sonntag besuchen die Gäste den Kram- und Pflanzenmarkt, der Nachmittag gehört den Familien.




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