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Stormarner Tageblatt

05. Dezember 2016 | 09:35 Uhr

Jersbek : Gemeinsamer Kraftakt für den Barockpark

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bauherr Bendix von Ahlefeld hätte seine Freude daran: Das historische Refugium wird mit einer Vase weiter aufgewertet.

Der Barockpark in Jersbek ist um eine Attraktion reicher. In der Mitte des Hauptrondells wurde die Replik einer barocken Vase aufgestellt. Das Rondell trennt den ehemaligen Garten von der Windallee, die weiter hinaus in den Wald führt. Es ist von einem Linden-Oval umgeben. Zwei weitere Vasen stehen an den Endpunkten der beiden ehemaligen Wege durch den Garten, von denen nur der südliche erhalten ist. Hier befanden sich einst zwei Lauben, die mit Figuren aus Sandstein geschmückt waren.

Möglich wurde das durch eine Spende von Klaus Hildebrandt. Der Landschaftsarchitekt im Ruhestand hat 6000 Euro für das Projekt beigesteuert. Der Förderverein für den Park hat neue Wegebeziehungen angelegt und dafür weitere 1500 Euro investiert. Die Vase auf dem Rondell ist von einem Beet umgeben, das mit Efeu bewachsen ist. Eingefasst ist es mit rötlichen Platten aus schwedischem Granit. Vom Standort aus reicht der Blick bis zum Obelisken auf der Ostseite, der vor zehn Jahren in einem Wasserbecken aufgestellt wurde. In der Gegenrichtung ist der Eingang zum Park zu erkennen. Das Ensemble verdeutlicht die Sichtachse des Gartens, der um die Jahre 1726 bis 1740 angelegt wurde.

Bauherr war Bendix von Ahlefeld, der die einzige Tochter des Gutsbesitzers Jasper von Buchwald geheiratet hatte. Nach dem französischen Vorbild von Versailles entstanden entlang der Achse Boskett, Parterre und Waldquartier mit Beeten, Hecken, Wasserbassins und Blumenrabatten.

Beim Eingangsrondell wurde ein prächtiges Gartenhaus erbaut. In ihrem Grundriss ist die Anlage bis heute erkennbar. Im 18. Jahrhundert wurde sie eine weithin bekannte Attraktion und das Ziel vieler prominenter Besucher. Durch die Aktivitäten des Fördervereins und mit Hilfe von Zuschüssen konnten prägende Elemente wiederhergestellt werden. „Wir haben vor 20 Jahren mit dem Eingangsrondell begonnen“, sagt Planer Klaus Schröder. Ziel des Landschaftsarchitekten und der Förderer ist es, den Alleebaumbestand und das Wegenetz zu erhalten. „Einzelne Elemente sollen auch wiederhergestellt werden“, sagt er. Wie eine Perlenkette wird die Struktur heute sichtbar, vom Gartenhausfundament bis zum Obelisken. Dazu gehört der Grundriss des Gartenhauses, der mit Fliesen ausgelegt ist. „Wir haben mit Georadar auch Reste der beiden Wasserbassins entdeckt“, sagt Schröder. Die sollen aber im Boden verborgen bleiben.

Es existieren auch Reste der ehemaligen Sandstein-Figuren, die heute beim Herrenhaus ruhen. „Sie werden im Winter abgedeckt, damit der Frost den porösen Stein nicht sprengt“, betont Schröder. Die Vasen-Repliken sollen ebenfalls vor der Witterung geschützt werden. Sie sind aber als Kunststeine auf Betonbasis wesentlich haltbarer.

>www.jersbeker-park.de



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