zur Navigation springen

Stormarner Tageblatt

06. Dezember 2016 | 22:58 Uhr

Volkstrauertag : Gedenken und Mahnung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

In Bad Oldesloe und Bargteheide gedenken zahlreiche Stormarner der Opfer von Krieg und Gewalt.

Kühl und grau passte sich das Herbstwetter der traurigen Stimmungslage eines „Volkstrauertages“ an. Umso wärmer und ermutigender waren viele der gesprochenen Worte. Nicht Hass und Abneigung, sondern Liebe und Miteinander standen im Mittelpunkt.

So wie auf dem Alten Friedhof in Bad Oldesloe, wo Bürgermeister Jörg Lembke, Bürgerworthalter Rainer Fehrmann, Kreispräsident Hans-Werner Harmuth und Pastor Karsten Baden–Rühlmann gemeinsam einen Kranz niederlegten. Baden-Rühlmann berichtete von den Schrecken des Krieges, indem er einen Brief aus dem zweiten Weltkrieg vorlas, der von einem Soldaten nach Hause geschickt worden war. Wie viel Liebe – durch tödlichen Auseinandersetzungen verhindert wurde, frage er sich. „Wie viel hätte dieser Soldat seiner Familie noch geben können. Und wie viel hätten all die Gefallenen in allen Ländern noch geben können?“, so Karsten Baden Rühlmann. Nordeuropa lebe schon „erstaunliche 70 Jahre in Frieden“. Doch damit das auch so bleibt, müsse man Nächstenliebe üben.

Baden-Rühlmann erinnerte daran, dass man Flüchtlingen „die genau vor solchen Schrecken der Kriege zu uns fliehen“, eine neue Heimat bieten solle. Er mahnte, dass ein Europa gelebt werden müssse, in dem man sich mit den Nachbarn austauscht. In all dem dürften aber auch Werte, die sich Deutschland und Westeuropa lange erkämpft haben, nicht aufgegeben werden. Er rief dazu auf, sich in Vereinen und überall da einzubringen, wo das Miteinander gepflegt werde.

Nach den Kranzniederlegungen durch die offiziellen Vertreter legte auch die Bundeswehr noch einen Kranz nieder. Gedacht wurde in den Ansprachen und Gebeten ausdrücklich auch allen aktuellen Opfern von Krieg und Gewalt.

Während in der Kreisstadt hauptsächlich Senioren an der Gedenkveranstaltung teilnahmen, war diese in Bargteheide von jungen Schülern mitorganisiert und durchgeführt worden. Nach der Kranzniederlegung durch Cornela Harmuth und Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht stand eine Gedenkstunde im Stadthaus auf dem Programm,die den Bogen unter dem Motto „Nicht gegen mein Gewissen“ vom Erinnern der Geschehnisse im zweiten Weltkrieg bis in die heutige Zeit spannte.

Was kann man tun, wenn man es in einem Krieg nicht aushält, wenn man nicht mitmachen möchte, wenn Gewalt das Regime übernimmt. Gesprochen wurde über Flucht, Exil, Kriegsdienstverweigerer und Deserteure. Auch die aktuelle Flüchtlingssituation wurde angesprochen. Musikalisch wurde die Veranstaltung durch klassische Klänge von Brahms, Bach und Haydn untermalt.

Die Feierstunde endete mit hoffnungsvollen, mutmachenden Redeauszügen und den Liedern „Wünsche“ von Hannes Wader sowie „Blowin’ in the wind“ von Neu-Nobelpreisträger Bob Dylan.  

zur Startseite

von
erstellt am 13.Nov.2016 | 20:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen