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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 11:06 Uhr

Bad Oldesloe : Funknetz: Teurer Spaß für Kreistag und Sitzungsräume

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Aus Sicherheitsgründen soll ein paralleles W-Lan installiert werden. Die benötigte Verkabelung soll 50 000 Euro kosten.

Die Kreistagsabgeordneten würden gerne auch während der Sitzungen auf das Internet zugreifen können. Über W-Lan in den Sitzungsräumen war schon vor einem Jahr diskutiert worden. Aus Kostengründen hatte man es wieder verworfen. Nun soll das Funknetz kommen – für 50  000 Euro.

Teuer sind nicht die Router und Access-Points, sondern die Kabel. Weil man das Intranet des Kreises aus Sicherheitsgründen nicht freigeben will, muss für das W-Lan ein neuer Anschluss gelegt und von dort Kabel gezogen werden. Das Funknetz soll im Kreistag und im darunter liegenden Foyer, im WAS-Gebäude am Bahnhof (F) mit den Fraktionsräumen, im Stormarnhaus (Geb. A) und in der Mommsenstraße (Geb. D) zur Verfügung stehen.

Da kommen einige Meter zusammen. Leerrohre sind allenfalls im Kreistag vorhanden, allerdings nur im Fußboden. Die Router – im Saal sollen es drei sein – sollen aber an die Decke. Also müssen auch dort Wände und Decken geöffnet und wieder verschlossen werden. Zwar wurden bei der Renovierung des Kreistagssaals vor wenigen Jahren Netzwerkkabel an jeden Platz gelegt. Private Geräte dürfen dort aber nicht angestöpselt werden. „Das Kreisnetz ist absolut geschlossen“, sagt Wolfgang Krause, Leiter des Fachbereichs Internes. Die Mitarbeiter dürften auch keine USB-Sticks oder SD-Karten von Kameras anschließen – „nur mit Freigabe durch die IT“, so Krause.

Die Computer der Mitarbeiter sind durch Firewalls und andere Software geschützt. Das wäre mit Geräten, die der IT-Verbund den Abgeordneten zur Verfügung stellt, ebenfalls möglich. Dann könnte man sich den teuren Aufbau eines zweiten Netzes sparen, allerdings hätte man dann die Beschaffungskosten für die Tablets, die von der IT eingerichtet werden müssten. Die dafür geschätzten jährlichen Kosten würden sich auf gut 20  000 Euro für Geräte und Tarife belaufen, zuzüglich
Lizenz- und Wartungs- sowie Projektkosten.

Das wollte niemand, auch nicht die SPD-Fraktion, die den Antrag auf das „papierlose Mandat“ gestellt hatte. Diskutiert wurde im Finanzausschuss nur noch die „kleine Lösung“: Die Abgeordneten benutzen eigene Geräte und erhalten dafür einmalig mehrere hundert Euro oder eine monatliche Entschädigung für Gerät und Datenvertrag. Schließlich kosten Fertigung und Versand der Sitzungsunterlagen für den Kreistag und die Ausschüsse auch heute schon 16  000 Euro im Jahr. Die ließen sich sparen, wenn alle 53 Abgeordneten sowie weitere 35 Gremienmitglieder und die Verwaltungsmitarbeiter die Unterlagen rein in digitaler Form bekämen. Mit dem bereits vom Kreis eingesetzten Allris-System ist das problemlos möglich. Bislang verzichten aber nur 20 Mitglieder in den Ausschüssen auf die Zusendung der Papierunterlagen.

Im Finanzausschuss wurde der Antrag knapp abgelehnt. CDU und FDP waren dagegen. „Wir werden in den Haushaltsberatungen aber wohl einen zweiten Anlauf machen“, sagt René Wendland. Bei den Freidemokraten hat man nichts gegen digitale Unterlagen, „wir brauchen aber kein Geld aus dem Etat“, sagt Tomas Bellizzi. Bei den bürgerlichen Mitgliedern, die lediglich Sitzungsgeld erhalten, könne man über einen Zuschuss reden. Aber die Kreistagsabgeordneten würde eine Pauschale bekommen, die dafür völlig ausreiche.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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