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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 15:00 Uhr

Für mehr Wohnraum muss vieles Platz machen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Verfahren & Verdichtung, Verluste & Verärgerung: Kontroverse Diskussionen im Bargteheider Ausschuss

Der erste Schritt zur neuen Feuerwache ist getan. Der Planungsausschuss beschloss Mittwochabend einen Flächennutzungsplan für das Gebiet an der Bargteheider Bahnhofstraße. Südlich des Seniorendorfs soll sie gebaut werden. Dahinter ist ein Parkplatz vorgesehen und eine Erweiterungsfläche für das Seniorendorf.

Das war kein Problem und wurde einstimmig verabschiedet. Das sah beim Bebauungsplan für das Grundstück Voßkuhlenweg 8 bis 14 anders aus. Zwar wurde der zweite und etwas abgespeckte Entwurf gegen die Stimme von Renate Mascher (WfB) angenommen, 40 Wohnungen in vier Gebäuden sind hier geplant. Doch es gab heftige Kritik: Nachbar Harald Büttner bemängelte das Verfahren. Es sei intransparent gelaufen. „Kontrollieren sie die Verwaltung oder ist es umgekehrt?“, fragte er die Kommunalpolitiker.

Das wies der Vorsitzende Andreas Bäuerle umgehend zurück: „Wir haben uns erheblich mit der Verwaltung gestritten.“ Es gebe eine enorme Nachfrage nach Wohnungen, so Thomas Fischer (Grüne): „Es ist sinnvoller, eine kleinere Fläche im Innenbereich zu verdichten als große Flächen im Außenbereich zu versiegeln.“

Als Vertreter der Investoren meldete sich Tomas Sternberg zu Wort: „Wir haben den Bedenken der Nachbarn Rechnung getragen.“ Geplant seien zentrumsnahe Mietwohnungen von mindestens 60 Quadratmetern in vier Baukörpern. Ein Gebäude könne auch preisgünstiger ohne Tiefgarage und Fahrstuhl errichtet werden, die Vorgabe von 1,5 Stellplätzen pro Wohneinheit sei dann aber nicht zu halten.

Kontrovers wurde auch über die Bebauung des „Krähenwalds“ diskutiert. Hier werden 100 Wohnungen geplant. Bauamtsleiter Jürgen Engfer verwies auf den Wachstumsdruck: „Im Gutachten des Kreises ist ein Bedarf von über 1000 zusätzlichen Wohnungen in Bargteheide dargestellt. Wir haben aber nicht genug Flächen dafür.“ Deshalb sei eine Verdichtung nötig. Auch hier sei das Verfahren ordnungsgemäß, Einwendungen seien weiterhin möglich.

„Wir haben lange darüber diskutiert“, sagte Sebastian Schütt (SPD), „das Bedürfnis nach kostengünstigem Wohnraum hat dabei aber überwogen.“ Als herben Verlust bezeichnete Friedrich Westerworth (CDU) den Wegfall von 46 Bäumen auf dem Grundstück: „Wir opfern damit ein Stück Natur für die Bürger.“ Die Verluste würden anderenorts ausgeglichen.

„Eine Naturzerstörung in diesem Ausmaß können wir nicht akzeptieren“, so Renate Mascher (WfB). Auch Gorch Hannis la Baume (FDP) und Michael Schröer (Grüne) schlossen sich dem an. „Im Stadtdialog gab es dazu viele präzise Vorschläge der Bürger“, so Schröer, „sie sind bis heute nicht auf dem Tisch.“
„Inzwischen wird die Natur hier ausgeräumt“, warf Karl Dziomba vom BUND ein. Der Bürgerdialog werde auf den St. Nimmerleinstag verschoben und Ausgleichsflächen weit entfernt von der Stadt geschaffen.

Um zusätzlichen Wohnraum geht es auch bei der Ökosiedlung Am Krögen. Bis zu 95 Wohnungen könnten dort entstehen. Der Ausschuss beschloss dafür ein Verfahren zur Investorenauswahl. Dagegen stimmten WfB und FDP. „Die Verkehrssituation ist ungeklärt“, so Renate Mascher. Der Voßkuhlenweg werde überlastet. Die Straße am Krögen könne dafür ausgebaut werden, sagte Engfer dazu, die Voraussetzungen seien erfüllt. Nach einem Gutachten könne der Voßkuhlenweg aber die Verkehrsmengen bis dahin aufnehmen.




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