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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 10:03 Uhr

Bad Oldesloe : Freundschaft auf dem Weg nach vorn

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bad Oldesloe feiert 20 Jahre Städtepartnerschaften mit polnischem Kolberg und französischem Olivet auf der Hude und in der Festhalle.

Es war ein polnisch, englisch, französisches Stimmengewirr, das für internationales Flair auf der Oldesloer Hude sorgte. Fähnchen in den Landesfarben wurden geschwenkt, man lag sich in den Armen, es wurde gesungen: die Organisatoren der Feier zum 20-jährigen Bestehen der Oldesloer Städtpartnerschaften mit Kolberg (Polen) und Olivet (Frankreich) durfte sich über bestes Frühsommerwetter und entsprechenden Publikumsandrang freuen.

Vertreter aller drei Städte betonten, wie sehr ihnen die gelebte Partnerschaft am Herzen liege und wie viele Ereignisse und Begegnungen man in den zwei Jahrzehnten gemeinsam erleben durfte. Mit Blick auf die dunkle Seite der deutschen und europäischen Geschichte zeigte sich Bürgerworthalter Rainer Fehrmann geradezu gerührt. Denn schließlich seien mit den Freunden aus Frankreich und Polen Vertreter von Nationen gemeinsam in der Stadt, gegen die die Deutschen noch vor 75 Jahren in den Krieg gezogen waren. „Ist es nicht ein wunderschönes Bild, wie harmonisch wir hier nun alle zusammen stehen?“, so Fehrmann, „aus so viel Feindschaft ist so viel Freundschaft entstanden.“ Städtepartnerschaften ließen Kontakte und Freundschaften zwischen den Menschen entstehen und förderten Verständnis füreinander, sagte er auch mit Blick auf die gegenwärtigen Spannungen zwischen Staaten und Menschen unterschiedlicher Nationalitäten. „Mein Eindruck hier ist, dass die Städtepartnerschaft in ihrer Intensität momentan weiter auf dem Weg nach vorne ist“, schwärmte Fehrmann.

Anschließend traten auf der Bühne Chöre aus den drei Städten auf, und es wurde gemeinsam gefeiert, bevor am Nachmittag das Konzert der Sänger aus den drei Städten gemeinsam mit Kirchenmusiker Henning Münther ging. Gemeinsam wurde ein eifrig beklatschtes und sehr positiv aufgenommenes Konzert des Werks „The Peacemakers“ von Karl Jenkins in der Peter Paul Kirche gegeben.

Die kleinen, großen Stars der Feierlichkeiten waren allerdings 25 junge, talentierte Tänzerinnen aus Kolberg, die schon auf der Hude mit ihrem Auftritt für die beste Stimmung an dem Festtag sorgten. Beim offiziellen Festakt mit Buffet am Abend in der Festhalle zeigten sie nochmal eine 30-minütige Tanzshow auf hohem Niveau. Halina Puc, Leiterin der Tanzgruppe Algi, war bereits zum dritten Mal mit ihren Talenten zu Gast in der Kreisstadt. „Wir sind wieder sehr gut aufgenommen worden, und die Mädchen fahren mit tollen und zahlreichen Eindrücken aus Bad Oldesloe zurück“, sagte sie. Jacek Wozniak, Vizepräsident der Stadt Kolberg, hatte am Morgen bereits einen Pflaumenbaum auf dem Bahnhofsvorplatz gepflanzt. Die Bäume der Städte Olivet und der dritten Partnerstadt Beer Yakov (Israel) waren bereits im Vorjahr gepflanzt worden.

Ebenso wie sein französischer Kollege Matthieu Schlesinger trug sich Wozniak mit einem besonderen Gruß in das Buch der Stadt ein. Auf der Hude-Bühne wurden zudem eifrig Geschenke ausgetauscht. Aus Bad Oldesloe nehmen die beiden Gast-Delegationen zwei von Ursula Corinth geschaffene Ansichten der Travestadt mit.

Ein wenig Kritik gab es von Gästen auf der Hude. Die angekündigten Stände mit Speisen aus Polen und Frankreich waren nämlich nicht zu finden. Insgesamt wurde abgesehen vom Bühnenprogramm auch nur wenig in punkto Information geboten. Dass die Stände nicht gefunden wurden, hatten ebenfalls mit einem Informationsdefizit zu tun. Denn es gab sie schon, nur eben nicht auf der Hude, sondern sich in unterschiedlichen Gastronomiebetrieben rund um die Hude. „Das ist leider nicht ganz so gut kommuniziert worden“, sagte Katrin Offen vom Veranstaltungsmanagement der Stadt, die allerdings selbst nicht mit der Organisation betraut war. „Wir werden solche Dinge natürlich nachbesprechen und schauen, was man bei einer nächsten ähnlichen Veranstaltung besser machen kann. Ein paar Dinge sind mir aufgefallen. Insgesamt war es doch aber ein schönes Fest“, sagte Katrin Offen.

Dieser Meinung waren auch die Lokalpolitiker. „Ich finde, dass das Geld für diese Partnerschaftsfeier sehr gut investiert war. Es ist ein schöner Tag geworden“, so der stellvertretende Bürgermeister Horst Möller (CDU) beim Festakt.

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erstellt am 08.Mai.2016 | 21:45 Uhr

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