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Stormarner Tageblatt

02. Dezember 2016 | 23:23 Uhr

Bad Oldesloe : Fremde raus aus den Stadien?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Oldesloer Sportplätze sollen den Oldesloer Vereinen vorbehalten bleiben. Mit dieser Forderung belastet Bürgermeister Jörg Lembke Verhandlungen über neue Pachtverträge.

Heißt es bald: „Oldesloer Sportplätze nur noch für Oldesloer?“ Diese neue Fass machte jetzt Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke auf. Er forderte, einen entsprechenden Passus in die neu abzuschließenden Pachtverträge aufzunehmen. Damit drohen die jahrelangen Verhandlungen mit den Sportvereinen, die sich nun endlich auf der Zielgraden zu befinden schienen, jetzt zu platzen.

Monatelang war an dem Vertragswerk gefeilt worden, das im aktuellen Sozialausschuss auf den Tisch kam. „Mit dem Ergebnis und wie es aktuell läuft, können wir leben. Es ist nicht optimal, aber es funktioniert“, sagte Gökhan Akdemir (SV Türkspor) und auch der VfL Oldesloe zeigte sich mit den Kompromissen soweit zufrieden. „Wir sind auf der Zielgeraden. Die langen Gespräche waren produktiv“, so Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak. Womit weder die Vertreter der Sportvereine noch die Lokalpolitiker gerechnet hatten, war, dass Jörg Lembke einen weiteren Passus in die Verträge aufnehmen lassen möchte: Den Vereinen soll es untersagt werden, ohne Rücksprache mit der Stadtverwaltung, freie Zeiten an auswärtige Sportler gegen Zahlung einer Nutzungsgebühr zu vergeben. Bislang ist das noch möglich und wird auch so praktiziert. In Zukunft solle eine externe Vergabe von Trainingszeiten zwar nicht pauschal verboten werden, aber nur nach Einzelfallprüfung durch die Verwaltung erlaubt werden.

„Wir können doch als Pächter nicht nur Pflichten aber keine Rechte haben“, ärgerte sich die Vfl Vorsitzende Gudrun Fandrey. Trotz vieler Diskussionen im Vorjahr zwischen VfL und SVT sei man in diesen Punkten mittlerweile mit Türkspor komplett einer Meinung und ziehe an einem Strang.

„Es kann nicht sein, dass der Oldesloer Steuerzahler die Reparatur der Plätze oder womöglich eine Komplettsanierung bezahlt, weil auswärtige Vereine sie überbeanspruchen“, erklärte Verwaltungs-Chef Lembke. Er sehe die Plätze im Bereich einer maximalen Auslastung. Das sei bedenklich müsse letztlich ausschließlich aus dem Oldesloer Stadtsäckel bezahlt werden.

Damit stieß Lembke unter anderem bei Matthias Rohde (FBO) offene Türen ein. „Es ist eine berechtigte Frage, ob und warum der Oldesloer Steuerzahler die Kosten für auswärtige Mannschaften tragen sollte“, so Rohde. „Ich sehe es so, dass wir als Mittelzentrum durchaus auch darüber nachdenken sollten, dass wir eine Verpflichtung für umliegende kleinere Gemeinden haben, die hier mal trainieren möchten“, entgegnete Torben Klöhn (SPD) und appellierte an die Solidarität.

Der SV Türkspor machte im Ausschuss deutlich, dass eine derartige Ergänzung das Scheitern der langwierigenn Vertragsverhandlungen zur Folge haben könnte. „Wir sind schon jetzt nicht komplett zufrieden. Wenn das noch dazukommt, müssten wir es uns zumindest noch mal sehr genau überlegen, ob wir das unterschreiben“, so Akdemir. Er zeigte kein Verständnis für die Behauptungen des Bürgermeisters. „Wir sind nicht bei einer maximalen Auslastung. Wir haben sogar noch freie Kapazitäten“, argumentierte er. Außerdem sei das Problem nicht sonderlich groß. „Wir reden hier über ungefähr fünf Prozent der Gesamtnutzung“, ergänzte der Türkspor-Vertreter. Auf der anderen Seite seien es trotzdem erneut mögliche Einnahmen, die den Vereinen durch diese Regelung wegbrechen würden.

Da für die Pachtverträge nur ein mündlicher Sachstandsbericht vorgesehen war, konnte kein Beschluss gefasst werden. Angela Fehrmann (CDU) beantragte deshalb, die Verwaltung solle Informationen sammeln und den Fraktionen zur Verfügung stellen, damit in Ruhe und kompetent beraten werden könne. In der nächsten Sitzung soll die Frage der Fremdnutzung dann konkret auf der Tagesordnung stehen.

 

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erstellt am 04.Nov.2016 | 06:00 Uhr

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