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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2016 | 05:21 Uhr

Bad Oldesloe : Förderanträge stark gestutzt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

10 000 Euro für Seifenkistenrennen und 5000 Euro für Jeden Tag Silvester waren den Politikern dann doch zu viel.

Das ist doch mal ein ordentliches Pfund: Der Automobil- und Motorsport Club Stormarn (AMC) hat knapp 10  000 Euro aus dem städtischen Veranstaltungsetat für ein Seifenkistenrennen auf dem Travering beantragt. Und es ging gleich üppig weiter. Benjamin Rodloff, Chef von LED-Events, veranstaltet mit der Oldesloer Band Jeden Tag Silvester ein Konzert in der Stormarnhalle. Bei der Stadt beantragt er die Übernahme der Kosten für Schallschutzwände: 4  900 Euro.

In der Vorbereitung des Seifenkistenrennens steckten anderthalb Jahre Vorbereitung. „Die Entstehung des Motorsports sind Seifenkistenrennen“, erklärte AMC-Vorsitzender Markus Kruse: „Es geht nicht nur darum, einen Berg runterzurasen, sondern auch um Teamgeist, Zusammenarbeit, wirtschaftliches Denken ...“ Geplant ist, dass die sich beteiligenden Teams Gutscheine bekommen, um das Material für ihre Seifenkisten in lokalen Baumärkten zu kaufen. Bis zum April kommenden Jahres soll daraus dann ein Renner gebaut werden. Dann wird drei Tage gefahren: Qualifying, Teamrennen und Einzelzeitfahren.

„Haben Sie sich nicht mit der Stadt abgesprochen? Wir fördern keine Werbung“, kritisierte Aygün Caglar (CDU): „Und bei den Personalkosten, da erwarten wir, dass das im Verein intern geregelt wird.“ Kub-Managerin Inken Kautter musste ihn allerdings korrigieren: Nur im Kulturbereich werden Werbekosten nicht bezuschusst. „In der Veranstaltungsförderung gibt es den Ausschluss nicht“, so Kautter. Für die „Personalkosten“ hatte Markus Kruse eine Erklärung: „Wir rechnen mit 100 Teilnehmern – kleine Kinder. Da haben wir uns offizielle Hilfe geholt, die wir bei anderen Motorsportvereinen leihen.“

Das Seifenkistenrennen sei ja „spannend und schön“, lobte Hajo Krage (SPD): „Sie planen eine recht professionelle Veranstaltung, die wir in der Höhe nicht fördern können.“ 5000 Euro wären die Sozialdemokraten bereit zu bewilligen. Die FBO schloss sich an. Eine Mehrheit von CDU und Grüne sprach sich für 3000 Euro aus.

Jeden Tag Silvester muss man in Oldesloe nicht mehr vorstellen – die Band hatte hier allein dieses Jahr drei große Auftritte. Ihr Jahresabschlusskonzert in der Vorweihnachtszeit hatte mal in einer Kneipe begonnen. Der Rahmen wuchs mit der Popularität der Band. Dieses Jahr soll es in der Stormarnhalle stattfinden. „Wir haben uns da richtig rein verrannt“, gab Veranstalter Benjamin Rodloff zu: „Die Kosten sind aus dem Ruder gelaufen, steigen von Woche zu Woche.“ Um die Stormarnhalle „in eine konzerttaugliche Halle zu verwandeln“, müssten in großem Stil Schallschutzwände aufgestellt werden. Die Kosten möchte er von der Stadt gefördert bekommen – 4900 Euro.

Den Standpunkt der SPD machte Hajo Krage klar: „Wir haben das Problem, dass wir eine Firma fördern. Deshalb plädieren wir dafür, uns nicht an den Kosten zu beteiligen.“ Die FBO schlug 2000 Euro Zuschuss vor, da konnte die CDU unter der Bedingung mitgehen, dass der Zuschuss mit der Hallenmiete verrechnet wird.

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 09.Sep.2016 | 06:00 Uhr

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