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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 19:32 Uhr

Reinfeld : Es wird wieder kräftig abgefischt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Für das bevorstehende Karpfenfest in Reinfeld wurden die ersten Exemplare aus dem Teichwasser geholt.

Ein ganz schönes Stück Arbeit liegt vor Teichwirt Alfred Wenskus (seine Freunde nennen ihn einfach nur Ali) und seinem Helfer Karsten Rieck. Bereits morgens um 7 Uhr sind beide vor Ort am letzten Hälterteich vor der Mühlenau. „Wir fischen heute die ersten Karpfen für das bevorstehende Karpfenfest ab“, sagt Ali und säubert gemeinsam mit Karsten Rieck den Mönch von Algen und anderen Wasserpflanzen, damit das Wasser aus dem Hälterbecken vernünftig abfließen kann.

„Das dauert nur drei Stunden, dann ist der Teich leer“, weiß Ali aus Erfahrung, denn der kleinste der Teiche ist nur 600 m² groß. Er speist sein Wasser aus einem weiteren, höher gelegenen Hälterbecken, dieses bekommt sein Wasser aus dem Schulteich. Ursprünglich komme das Wasser aus der Piepenbek bei Voßkaten im Wald, was kaum einer wisse, sagt Annegret Wenskus. Es läuft anschließend über den Messingschläger Teich über den Schulteich bis hinein in die beiden Hälterbecken und irgendwann natürlich über die Mühlenau in die Trave.

Zwischendurch nutzt es Reinfelds Teichwirt für seine Karpfen, staut die Teiche und Becken so, dass seine Schützlinge sich wohlfühlen und er genügend wohlgenährte und gesunde Exemplare abfischen kann. Für das Karpfenfest braucht er noch nicht ganz so viele, denn die eigentliche Karpfensaison beginnt erst am 23. Oktober mit dem offiziellen und traditionellen Abfischen des Herrenteichs. Aber für die vielen Gäste des Karpfenfestes brauche man natürlich schon fangfrische, ausgereifte Karpfen, erklärt Ali.

Bevor der Teichwirt die Karpfen mit einem Kescher aus dem Wasser holt, schmeißt er erst einmal die kleineren Fische, die noch auf dem Schlick liegen, in das Rinnsal, damit sie überleben und weiterwachsen können. Die Karpfen sind schnell zu orten, schauen doch die Flossen aus dem Wasser heraus. Besonders am Gitter vor dem Mönch sammeln sie sich. Schnell haben die beiden Männer rund 30 Karpfen herausgefischt und transportieren sie in großen Eimern zum Fischwagen, wo sie in ein großes Wasserbassin umgeladen und zum Fischhaus verfrachtet werden. Dort schwimmen sie sich im so genannten Fließkanal in Frischwasser sauber und verlieren binnen zehn Tagen ihren moderigen Geruch.

Zum Karpfenfest am ersten September-Wochenende serviert das Team Fischbrötchen, Karpfenchips und – als neuste Kreation – Karpfenfilet aus dem Backofen nach einem Spezialrezept. Weil es ja nun keine Karpfenprobe mehr gebe und auch das Gourmet-Festival als Ersatzveranstaltung abgesagt worden sei, planten der Gasthof Kalkgraben und die Teichwirtschaft ein neues Event Mitte September mit Karpfen-Spezialitäten für Karpfen-Gourmets oder auch Gourmands, für das man sich anmelden könne. Annegret Wenskus: „Wir wollen etwas ganz Besonderes für Karpfen-Liebhaber bieten, damit die Karpfenprobe einen würdigen Ersatz bekommt.“


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erstellt am 21.Aug.2016 | 16:24 Uhr

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