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Stormarner Tageblatt

29. Mai 2016 | 07:46 Uhr

Energiepreise : Erdgas wird eher billiger, Strom tendenziell teurer

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stadtwerke Ahrensburg senken beim Erdgas und erhöhen beim Strom den Preis. Die VSG in Oldesloe warten noch ab.

Die Stadtwerke Ahrensburg (SWA) senken ihren Erdgaspreis rückwirkend zum 15. Januar um zwölf Prozent. In die andere Richtung geht es beim Strom, wenn auch erst ab 1. April. Weil die staatlich regulierten Abgaben und Umlagen sowie die behördlich festgelegten Netzentgelte auf ein neues Rekordniveau gestiegen seien, wird Elektrizität um drei Prozent teurer.

Bei den Vereinigten Stadtwerken (VSG) Bad Oldesloe, Mölln und Ratzeburg seien zurzeit weder Preissenkungen- noch -erhöhungen geplant, so Vertriebsleiter Manfred Priebsch. Im Strombereich haben die VSG den Vorteil eines eigenen Netzes, so dass Netzentgelte ganz anders zu Buche schlagen als in Ahrensburg. „Wir geben den Anstieg nicht mal in voller Höhe an unsere Kunden weiter“, sagt Vertriebsleiter Volker Sakriß.

Lediglich 15 Prozent des Strompreises können die SWA noch selbst beeinflussen. 85 Prozent der Stromkosten werden vom Staat und Behörden festgelegt: Steuern, EEG- und KWK-Umlage und eben die Netzentgelte. Die Ahrensburger Stadtwerke erhöhen deshalb auch nur den Grundpreis, so Geschäftsführer Horst Kienel. Der steigt um 32 Euro, so dass die Rechnung für 3500 kWh sich auf gut 1100 Euro im Jahr erhöht. Zum Vergleich: Bei der VSG sind es 948 Euro. Für Neukunden gewähren zudem beide Stadtwerke einen einmaligen Rabatt.

Der Gaspreis besteht „nur“ zu 57 Prozent aus festgesetzten regulierten Kosten. „Könnten wir unserer Preise zu 100 Prozent selbst bestimmen, würden wir die Vorteile aus den erheblich gesunkenen Weltmarktpreisen für Erdgas zu 100 Prozent an unsere Kunden weitergeben“, sagt Sakriß. Für den Durchschnitts-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 20  000 kWh sinkt der Betrag um rund 146 auf 1075 Euro. Die VSG verlangt aktuell ungefähr dieselbe Summe.

Vom gesunkenen Weltmarktpreis haben die VSG-Kunden erstmal nichts. Gesenkt haben die Stadtwerke den Preis an der Erdgas-Tankstelle in Bad Oldesloe. Der hatte beim Start vor einigen Jahren unter 90 Cent gelegen und war zuletzt auf 1,12 Euro geklettert. Durch den Preissturz bei Rohöl ist der Liter Diesel mittlerweile deutlich billiger als das Kilo Erdgas – auch nach den Senkung auf 1,06 Euro.

„Als der Gaspreis noch an Ölpreis gekoppelt war, gab es bei Erhöhungen regelmäßig auf die Mütze. Jetzt gibt es die Kopplung nicht. Wir haben einen funktionierenden Gasmarkt in Europa“, sagt Priebsch. 85 Milliarden Kubikmeter Erdgas wurden 2014 in Deutschland verbraucht, davon knapp ein Viertel (24 Prozent) von Privathaushalten. Nur knapp zehn Prozent kommt aus heimischen Vorkommen, 90 Prozent werden importiert, vor allem aus Russland (38 Prozent), den Niederlanden (26) und Norwegen (22).

Da die Fixkosten beim Gas durch die Pipelines relativ hoch sind, gibt es die Preisausschläge wie beim Öl nicht. Zudem schließen die Versorger oft Lieferverträge mit ein, zwei oder drei Jahren Laufzeit ab. Kuriose Folge der aktuellen Entwicklung: Bei den Stadtwerken zahlt der Kunde rund 100 Euro im Jahr weniger, der sich für eine Preisgarantie bis 2018 entscheidet. Priebsch: „Die Prognosen gehen für 2017 von sinkenden Preisen aus.“

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erstellt am 04.Feb.2016 | 06:00 Uhr

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