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Stormarner Tageblatt

08. Dezember 2016 | 19:19 Uhr

Er führte nicht nur Kinder an das Filmen heran

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Medienpädagoge und Kreisjugendring-Mitarbeiter Thomas Gericke während der Vorbereitungen des KuB-Filmes verstorben

Der Schock sitzt tief bei Verwandten, Freunden und Wegbegleitern von Thomas Gericke. Der bekannte Oldesloer Filmemacher und Medienpädagoge ist Dienstagmorgen im Alter von 60 Jahren vor seiner Wohnung überraschend verstorben.

Seit vielen Jahren arbeitete der ehemalige Polizist für den Kreisjugendring Stormarn und als freischaffender Filmemacher in Bad Oldesloe. So war er zum Beispiel für den bekannten „Oldesloe-Film“ verantwortlich, der 2007 als offizielles Stadtporträt angefertigt wurde und bis heute viel Lob erhält.

Besonders lag Gericke aber die Arbeit mit jungen Menschen am Herzen. Er wollte sie an das Filmen von eigenen Kurzfilmen oder auch Musikvideos heranzuführen. Mit großer Geduld und einer ihm eigenen Lässigkeit schaffte er es, ganze Generationen von Film- und Video-Fans im Kreis bei ihren ersten Schritten in diesem kreativen Bereich zu begleiten. „Es ist ein unglaublicher Verlust, es ist gar nicht wirklich oder greifbar“, sagt Uwe Sommer, Geschäftsführer des Kreisjugendrings. Im Schnitt- und Videoraum des KJR stehend stellte er erneut fest, wie wichtig Gericke für die Medienarbeit mit Jugendlichen war.

„Das ist alles sein Reich hier. Hier kennt nur er sich wirklich aus. Das ist unersetzbar. Da ist mehr gestorben als einfach nur ein engagierter Mensch“, so Sommer.

Jedes Jahr betreute Gericke den Kurzfilmwettbewerb des KJR. Bei vielen dieser kleinen Filme packte er selbst mit an. Wie es mit dem Wettbewerb in Zukunft weitergeht, aus dem zahlreiche Talente hervorgegangen waren, die sich später auch beruflich in diese Richtung orientierten, ist unklar. Auch im Bereich des Ferienpasses oder mit Flüchtlingen war Gericke aktiv.

Ebenso ist man bei der Kulturstiftung der Sparkasse Holstein schockiert. Eigentlich hätte Gericke die Eröffnung der Ausstellung zu Ehren von Klaus Plöger am Freitag begleiten sollen. „ Er war ein so netter, geduldiger und eben auch kompetenter Mann. Es tut mir enorm leid für seine Familie und Freunde. Es wird nicht, leicht jemanden zu finden, der mit uns so gut zusammenarbeiten kann in diesem Bereich wie er“, sagt Katharina Schlüter, Kuratorin der Kulturstiftung. Besonders schockiert ist das Team des Oldesloer Kultur- und Bildungszentrums rund um Kulturmanagerin Inken Kautter. Gerickes aktuelles Projekt war nämlich die Herstellung von Filmen über das Kub, die bei der Eröffnung am Freitagabend gezeigt werden sollten. Auch am Abend vor seinem Tod arbeitete Gericke noch an der Fertigstellung dieser Filme, die am Wochenende im Kub gezeigt werden sollten, und die nun unvollendet bleiben müssen. „Wir werden Thomas Gericke gedenken und stellen die Feier entsprechend ein wenig um. Wir sind erschüttert. Wir haben ihn als sehr engagierten und angenehmen Menschen kennen- und schätzengelernt. Er wird uns und der Kulturszene fehlen“, so Kautter.

Thomas Gericke hinterlässt eine Lebensgefährtin, drei Kinder und ein Enkelkind. Die polizeiliche Untersuchung der Todesumstände hat keinen Anlass dazu gegeben, davon auszugehen, dass Gericke nicht eines natürlichen Todes gestorben sein könnte.  

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erstellt am 31.Aug.2016 | 12:25 Uhr

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