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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 08:54 Uhr

Bad Oldesloe : Endlich neue Stadion-Verträge

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Bürgermeister Lembke ist mit dem Versuch, die Nutzung der Sportanlage durch Auswärtige einzuschränken, im Sozialausschuss gescheitert.

An wen müssen sich Sportler wenden, wenn sie Oldesloer Sportstätten nutzen wollen? Diese Diskussion wurde in der Stadtverwaltung, in den Vereinen und in der Lokalpolitik intensiv geführt.

Der Hintergrund: Bürgermeister Jörg Lembke verlangte, dass in den neuen Pachtverträgen des VfL Oldesloe (Travestadion) und SV Türkspor (Kurparkstadion) ein Paragraf verankert wird, laut dem die Stadtverwaltung 14 Tage vor der Nutzung durch auswärtige Vereine informiert wird und das Recht hat, sie abzulehnen. Lembke kritisierte die bisherige Regelung, nach der die Pächter selbst diese Nutzung genehmigen und dafür eine Beteiligung an den Betriebskosten verlangen. Die Kosten für die Ausbesserung möglicher Schäden bleibe am Ende alleine an den Oldesloer Steuerzahlern hängen.

Der SV Türkspor hatte angekündigt, sich vorzubehalten, den Vertrag nicht zu unterzeichnen, wenn dieser Passus aufgenommen werde. Acht Monate Verhandlungen standen auf dem Spiel. „Wir müssten eine neue Kraft auf der Geschäftsstelle einstellen, um diesen Verwaltungsaufwand zu gewährleisten. Auf der anderen Seite entsteht kaum Nutzen“, so die VfL Vorsitzende Gudrun Fandrey. „Wir sind Ehrenamtler. Es geht hier nicht um persönliche Gewinne. Mögliche Einnahmen fließen doch direkt in den Sport“, so Gökhan Akdemir, Stadionmanager beim SV Türkspor. „Die Verträge beinhalten sowieso schon viel mehr Pflichten und Verbote als Rechte. Das Ehrenamt wird hier überstrapaziert“, sagte der SVT-Vorsitzende Önder Karanfil.

Auch aus der Lokalpolitik kam im Sozialausschuss viel Kritik an der Vorlage der Verwaltung. „Ich lese da kaum Fakten und nur Vermutungen. Das ist keine Basis für eine Entscheidung. Ich sehe nicht, dass die Plätze angeblich überbeansprucht werden“, so Hajo Krage (SPD). „Wir müssen mal sehen, dass es hier um maximal fünf Prozent der Nutzung geht. Das ist das alles nicht wert“, ergänzte Dagmar Danke-Bayer (Die Grünen). Auch die CDU konnte „aus der Vorlage keine Fakten entnehmen, die dieses Vorgehen rechtfertigen“, so Christdemokratin Angela Fehrmann. Sie sei allerdings verwundert, dass es offensichtlich gar keine Statistiken über die Nutzung der Rasenplätze zu geben scheine. „Die ist halt sehr unterschiedlich. Im Sommer sind Vereine und Schulen aktiver. Daher sind die Zahlen auch jeweils Durchschnittswerte“, versuchte Lembke zu erläutern. Die Verwaltung wurde beauftragt, in den nächsten zwei Jahren Logbücher über die Stadionnutzung zu führen und Statistiken über die Auslastung vorzulegen. „Das wird kompliziert. Gerade die Schulen sind bei sowas nicht verlässlich“, sagte Fandrey. „Wir werden das versuchen. Diese Erfahrungen haben wir aber tatsächlich auch gemacht“, so Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak. Sportmanager Enrico Schukat machte klar, dass spontane Platzvergaben, zum Beispiel wenn bei einem auswärtigen Verein der Platz unter Wasser stehe, nicht mehr möglich seien. Sobczak bat aber darum, keine weiteren Fragen an Schukat zu stellen, damit „eine einheitliche Verwaltungsmeinungen deutlich bleibt.“

Nur Matthias Rohde (FBO) war für die Aufnahme des Paragrafen bei acht Gegenstimmen und einer Enthaltung. Die neuen Pachtverträge – ohne den vom Bürgermeister gewünschten Passus – wurden einstimmig auf den Weg gebracht. „Ich danke den Vereinen für die konstruktive und geduldige Mitarbeit über acht Monate“, so Schukat abschließend.

 

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erstellt am 02.Dez.2016 | 06:00 Uhr

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