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Stormarner Tageblatt

10. Dezember 2016 | 08:00 Uhr

Todendorf : Ein Feuerwehrhaus mit Glockenturm

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Kirchengemeinde will sich von der Kapelle trennen, weil der Unterhalt zu teuer wird. Bürgermeister Dwenger hat schon Ideen für die Nachnutzung.

Die Kirchengemeinde Eichede will sich von der Kapelle in Todendorf trennen und einen Endwidmungsantrag stellen. Das teilte die Vorsitzende des Kirchengemeinderates Karin Kreutzfeldt auf einer Informationsveranstaltung mit. Grund für die Trennung von der Kapelle sind die Kosten für Unterhaltung und Sanierung. Sie würden in den nächsten Jahren die Rücklagen der Kirchengemeinde „auffressen“. Bürgermeister Hans-Joachim Dwenger könnte sich vorstellen, auf dem Grundstück der Kapelle das von der Kommune geplante neue Feuerwehrgerätehaus zu bauen.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, betonte Karin Kreutzfeldt vor rund 40 Besuchern. Auf der vergangenen Gemeindeversammlung sei bereits über das Thema gesprochen worden. Die Anregung des Vorstandes, einen Arbeitskreis zu gründen, der sich mit der Zukunft der Kapelle befassen sollte, stieß auf keine Resonanz bei den damals Anwesenden.

Die Haushaltslage der Kirchengemeinde sieht nicht rosig aus. Das erläuterte der Leiter der Finanz- und Liegenschaftsabteilung des Kirchenkreises Hamburg-Ost, Jürgen Preine, den Besuchern. Für die Kapelle in Todendorf, die vom Kirchenkreis bereits 2013 als nicht erhaltungswürdig eingestuft wurde, bekommt die Kirchengemeinde keine Zuschüsse bei Sanierungen und Renovierungen mehr. Im kommenden Haushaltsjahr macht die Kirchengemeinde Eichede bereits ein Minus von knapp 9000 Euro. Dabei wurden die Kosten für die Kapelle Todendorf nur zu unter 50 Prozent berücksichtigt. Das Defizit muss aus den freien Rücklagen der Kirchengemeinde, die zurzeit rund 100  000 Euro betragen, ausgeglichen werden. Würde die Kirchengemeinde die Kapelle Todendorf behalten, wäre diese Rücklage 2021 aufgebraucht.

Pastorin Susanne Schumacher und Karin Kreutzfeldt betonten, dass, sollte sich bis zum Abschluss des Endwidmungsverfahrens ein Sponsor finden, der die Unterhaltungs- und Sanierungskosten für die kommenden Jahre zahlt, die Entscheidung des Kirchengemeinderates revidiert werden kann. Die finanzielle Situation der Kirchengemeinde sei nach Aussage von Pastor Bernd Soltau nicht auf eine schlechte Haushaltsführung zurückzuführen. Soltau, der als Projektleiter beim Kirchenkreis Hamburg-Ost tätig ist und die Gemeinden berät, leitete den Abend als Moderator. „So wie Eichede geht es derzeit zahlreichen Kirchengemeinden“, betonte er.

Aus den Reihen der Anwesenden kam kein Protest gegen die Entscheidung des Kirchengemeinderates. Es wurde zwar angeregt, bis zum 50-jährigen Bestehen der Kapelle im kommenden Jahr mit der Endwidmung zu warten, doch das wurde abgelehnt. „Das sei, als wenn man Geburtstag und Abschied zugleich feiert. Der Schmerz ist dann noch größer“, so Soltau. Das Endwidmungsverfahren kann nach Antragstellung bis zu einem Jahr dauern. Was mit der Kapelle anschließend passiert, ließen Schumacher und Kreutzfeldt offen.

In Todendorf gibt es allerdings bereits Pläne, was auf dem Grundstück gemacht werden könnte. Die Gemeinde plant den Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses, das rund 1,1 Millionen Euro kosten soll. „Bisher haben wir geplant, es auf einem der Tennisplätze zu bauen“, so Todendorfs Bürgermeister. Da würde es aber Probleme mit den Parkplätzen geben, die nur für die Feuerwehr frei zu halten sind. Dwenger könnte sich vorstellen das Gerätehaus auf dem Grundstück der Kapelle zu bauen. Dort würde es ausreichend Platz für Parkplätze für Feuerwehrleute geben. „Wir würden dann den Glockenturm stehen lassen und den Mannschaftsraum etwas größer bauen, damit der auch von der Kirche genutzt werden könnte“, so Dwenger nach dem Infoabend. Allerdings müsste das noch mit der Gemeindevertretung abgestimmt werden.


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