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Stormarner Tageblatt

09. Dezember 2016 | 03:05 Uhr

Reinfeld : „Ein Ärgernis wird beseitigt“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Verkehrsminister Meyer besichtigt die Baustelle am Reinfelder Bahnhof. Das Land investiert 2,7 Millionen Euro in die Barrierefreiheit.

Es tut sich was am Reinfelder Bahnhof, an dem an normalen Werktagen 3000 Pendlern ein- oder aussteigen. Seit September wird der Bahnhof barrierefrei umgebaut und modernisiert. Die Verhandlungen hatten sich über Jahre hingezogen. An den Gleisen auf der Bahnhofsseite werden zurzeit die Fundamente für den U-förmigen Übergang über die Gleisanlage gegossen. Bis Mitte Dezember soll alles betoniert und mit Stahlträgern bewehrt werden, wie Jan Gusdorf von der Bauüberwachung sagt. Im Januar soll die Brücke eingesetzt werden.

Allein die Überführung kostet rund 900  000 Euro, die zwei großen Fahrstühle zu den Gleisen rund 750  000 Euro. Die Treppen werden überdacht, die Überführung eingehaust. Die Leitsysteme werden angepasst, drei neue Wetterschutzhäuschen gebaut, der alte Unterstand auf dem Bahnsteig saniert, die marode Unterführung zugeschüttet.

Der historische Bahnhof muss aufgrund der sich darin befindlichen Weichentechnik erhalten bleiben. „Zudem soll es später möglich sein, die Überführung zu verlängern, um auch die südlichen Stadtteile einzubinden“ erklärt Dennis Fiedel von Nah.SH, vom Land mit den Baumaßnahmen beauftragt. Schleswig-Holstein investiert hier 2,7 Millionen Euro.

Verkehrsminister Reinhard Meyer machte sich gestern ein Bild vom Fortschritt der Baumaßnahmen und lobte das Vorhaben: „Ich bin hier selbst bereits mehrmals aus- und eingestiegen. Mir ist der schlechte Zustand des Bahnhofs bekannt und immer ein Dorn im Auge gewesen. Hier musste dringend etwas passieren.“ Die Überführung soll im Juli 2017 in Betrieb gehen. „Bis September sollen alle Baumaßnahmen abgeschlossen sein“, so Fiedel.

Das hofft auch Bürgermeister Heiko Gerstmann, denn dann kommt die Stadt zum Zuge. Sie plant im Anschluss, für rund 1,4 Millionen Euro die Überführung bis zur Holländerkoppel zu verlängern, hat bereits die Fläche südlich der Bahn erworben, um dort dringend erforderliche Parkplätze zu schaffen. Die Pendler sollen dann von dort aus direkt zu den Bahnsteigen gelangen. Immer mehr Berufstätige aus Lübeck nutzten die preiswerte HVV-Karte und stiegen erst in Reinfeld in den Zug, so Gerstmann. Er wartet noch auf die Förderzusage des Landes, das voraussichtlich 75 Prozent der Kosten übernehmen werde. Er freut sich über die Aufwertung des Bahnhofs: „Durch die deutlich bessere Erschließung der Bahnsteige werden die Fahrgastzahlen noch weiter steigen und mobilitätseingeschränkte Personen die Bahn wesentlich einfacher nutzen können.“ Verkehrsminister Meyer bezeichnete den barrierefreien Zugang als „sehr wichtiges Projekt. Ein Ärgernis für die Reinfelder wird jetzt beseitigt.“

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erstellt am 01.Dez.2016 | 06:00 Uhr

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