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Stapelfeld : Duwe-Skulptur soll verschwinden

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Schulverband Stapelfeld lässt den Teich zuschütten und hat kein Interesse an der Skulptur des Großenseer Künstlers Harald Duwe.

„Das ist wie die Blaue Mauritius“, sagt Sylvia Stuhr zu den Skulpturen des Großenseer Künstlers Harald Duwe. Damit meint sie nicht den Wert der Werke, sondern deren Seltenheit. Duwe, der 1984 bei einem Autounfall tödlich verunglückte, war Maler. Vor allem in den 60er Jahren schuf er auch Skulpturen. Es waren Auftragsarbeiten für Kunst am Bau, die Duwe aus finanziellen Gründen annahm, so Sylvia Stuhr, die darüber im Stormarner Jahrbuch 2012 geschrieben hatte. Die Plastiken seien nicht charakteristisch für sein Werk, „aber eine Besonderheit, weil er immer künstlerisch überlegt hat, was er machen kann.“

Es gebe ein halbes Dutzend Duwe-Skulpturen im Raum Hamburg, schätzt Helmut Schiffer, der in der Kieler Galerie für zeitgenössische Kunst mitarbeitet und öffentlich zugängliche Kunstwerke erfasst. Sie stehen meistens an Schulen, zum Beispiel in Norderstedt, in Ahrensburg und Bargteheide, in Großensee und in Stapelfeld. Dort wird es das Kunstwerk aber nicht mehr lange geben. Zur Eröffnung der Grundschule wurde es vor über 50 Jahren in den Teich gesetzt. Passend, weil es um den Kreislauf des Lebens geht, und alles Leben aus dem Wasser kommt.

Dem Betonsockel und den Fliesen hat die Feuchtigkeit weniger gut getan. Schon vor mehr als zehn Jahren war über eine Sanierung gesprochen, worden, es wurden aber lediglich vereinzelt Fliesen wieder angeklebt oder ersetzt, wenn sie zerbrochen waren. Nun geht es um das Kunstwerk überhaupt. Nachdem im vergangenen Jahr ein Kind im Teich am Jugendheim Lichtensee ertrunken war, kam auch in Stapelfeld eine Diskussion über die Gefährlichkeit des Teichs auf dem Schulgelände auf. Der gemeinsame Schulverband von Stapelfeld, Braak und Brunsbek ist für die Verkehrssicherungspflicht zuständig und entschied den Teich zuschütten zu lassen. Einzäunen sei aus finanziellen Gründen nicht infrage gekommen, so Vorsitzender Christian Schmidt. Ohne Teich habe das Kunstwerk keinen Standort mehr, und Wiederaufstellen wolle man es schon deshalb nicht, weil die Kinder es dann wohl als Klettergerüst nutzen würden.

„Ein Abriss wäre heftig. Das geht so nicht“, sagt Sigrid Kuhlwein, die Vorsitzende des Schul-, und Kulturausschuss des Kreises. Der lässt gerade die Kunstwerke im öffentlichen Raum in Stormarn systematisch erfassen. Die Skulptur in Stapelfeld ist noch nicht dabei, Duwes „Die vier Jahreszeiten“ in Großensee schon. Als Mitte der 90er Jahre eine Sanierung anstand, kümmerten sich Kulturinteressierte darum.

„Was verloren ist, ist für immer verloren“, sagt Sylvia Stuhr. Die Kinder von Harald Duwe hatten sich jetzt an den Schulverband gewandt. Die Familie sei vom Amt angeschrieben worden, sagt Christian Schmidt. Was Katharina und Tobias Duwe verwundert, denn sie haben erst jetzt von den Plänen in Stapelfeld erfahren. Ob sich die Skulptur überhaupt retten lässt, wie man sie aus dem Wasser bekommt und ob man einen Finanzier findet, ist offen. Der Verband hat der Familie erlaubt, innerhalb einer Frist das Kunstwerk abzuholen. Schmidt: „Der Schulverband hat kein Interesse an der Skulptur.“

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erstellt am 19.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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