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Stormarner Tageblatt

05. Dezember 2016 | 19:45 Uhr

Seefeld : Dorffest am Karpfensee

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Abfischen in Seefeld ist Jahr für Jahr eine besondere Zusammenkunft der Bewohner. Nur die Kormorane ärgern die Seegemeinschaft.

Stirbt der typische, norddeutsche Karpfenesser so langsam aus, für den der edle Speisefische auf die Speisekarte für den Herbst und den Winter gehört? Diese These ist jedes Jahr von neuem zu hören. Auch Herrmann Tjarks, Vorsitzender der Seegemeinschaft in Seefeld, betonte beim traditionellen Abfischen, dass die Nachfrage über die Jahre gesehen minimal sinke. „Die Karpfenfans werden etwas weniger“, sagt er. Doch das ändert die Stimmungslage beim Traditionsfest in dem Oldesloer Ortsteil nicht.

Die Bedeutung für die Dorfgemeinschaft sei unverändert hoch, und so ist das Event bereits seit 1951 ein kleines Dorffest. „Wir sind mit der Ernte durchaus zufrieden“, sagt Tjarks. Wegen des Regens am Morgen habe man sich noch ein wenig Sorgen gemacht und konnte erst später beginnen. „Dann fließt das Wasser natürlich nicht endgültig so ab, wie wir uns das wünsche, aber es hat ja noch alles geklappt.“

Im Endeffekt war um die Mittagszeit wie in jedem Jahr das Abfischen erledigt, und die Zusammenkunft am Seeufer ging in den geselligen Teil über. An den Ständen wurde Schmalz, Marmelade und Honig angeboten, der frisch gefangene Fisch wechselte zum Teil direkt vor Ort den Besitzer. Natürlich tauschte man sich bei dem Zusammensein aus. Ein Thema war wie in den Vorjahren der Ärger mit den Kormoranen. „Die Karpfenernte war gut, die Schleiernte war sehr schlecht. Und das ist ärgerlich. Denn gerade die Schlei ist bei vielen Menschen durchaus beliebt. Doch da fischt der Kormoran kräftig mit. Das sorgt für großen Frust bei uns“, sagt Tjarks.

„Natürlich würden wir da gerne gegen vorgehen. Aber können und dürfen den Kormoran nicht vergrämen. In der Ufernähe darf auch nicht geschossen werden. Das ist alles kompliziert. Viel mehr will ich mich da auch gar nicht zu äußern. Da sind andere verantwortlich, die handeln müssten“, erzählt der Vorsitzende der Seegemeinschaft über seinen Frust. Das sei schon seit Jahren so, und die Zahl der Kormorane werde nicht weniger, sondern steige noch. „Die Karpfen bekommen sie nicht. Aber sobald das Wasser abläuft, holen sie sich die Schlei. Was soll man da machen?“, sagt er schulterzuckend.

Seine Laune bessert sich aber schlagartig, wenn er auf die Qualität des Seefelder Karpfens zu sprechen kommt, denn die sei so hoch wie immer. Und selbstverständlich schmecke der Seefelder besser als der Reinfelder Karpfen. „Das ist doch nur ein Hype. Der Seefelder Karpfen ist der eigentlich gut schmeckende“, sagt ein weiterer Dorfbewohner selbstbewusst grinsend. Und damit ist klar: Es gibt sich noch in großer Fülle, die großen Fans des Karpfens.

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erstellt am 17.Okt.2016 | 05:00 Uhr

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