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Stormarner Tageblatt

06. Dezember 2016 | 11:18 Uhr

Bargteheide : Die zweite Generation Buck im Kleinen Theater – „Ferien“

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Detlev Bucks Tochter Bernadette Koller präsentiert in Bargteheides „Cinema Paradiso“ ihren ersten eigenen Kinofilm.

Die Stimmung ist ausgelassen vor dem „Cinema Paradiso“ in Bargteheide. Mit geballter Faust jubiliert Detlev Buck mit theatralisch bewusst überzogener Geste wie ein Motivations-Coach, der am Ziel ist. Dass der beliebte und populäre Stormarner Regisseur und Schauspieler Buck auf seine aktuelle Schauspielleistung besonders stolz ist, liegt nicht nur daran, dass er eine durchaus ansprechende und gelungene Performance vor der der Kamera hingelegt hat, sondern viel mehr daran, dass seine älteste Tochter Bernadette Koller die Regie führt. Denn die melancholische Komödie über Burnout, Karriere und die Suche nach Glück mit dem Titel „Ferien“ ist die Abschlussfilm ihrer Ausbildung zur Regisseurin an der Filmuniversität Babelsberg.

Und während andere Kinder prominenter Künstler, Musiker oder Schauspieler versuchen, dem Schatten der erfolgreichen Eltern schnell zu entkommen, sieht das die sympathische 29-Jährige anders und hat ihren Vater direkt für eine Hauptrolle in ihrem Debütfilm engagiert, der bereits viel Kritikerlob einheimst.

„Warum nicht?“, sagt sie – einfach schulterzuckend und ernsthaft irritiert wirkend – auf die Frage, wieso sie ihren Vater gewählt hat. „Ich habe ihn gefragt, er hat ja gesagt“, erklärt sie den Vorgang ganz pragmatisch. Es sei schließlich eine Entscheidung für den Schauspieler, nicht für den Vater Buck gefallen. Der wiederum ist sichtlich stolz auf den talentierten Nachwuchs und verweist mehrfach darauf, dass nicht er, sondern seine Tochter als Drehbuchautorin und Regisseurin jetzt im Mittelpunkt stehe. Als sie ihn – Detlev Buck – gefragt habe, habe er zugesagt. Ganz normal sozusagen, wenn man von einer Regisseurin gefragt werde, ob man mitspielen möchte und Lust auf das Projekt habe. „Alles kein großes Ding.“

Und während so der familiäre Faktor ein wenig runtergespielt wird, wird trotzdem deutlich, dass die Präsentation in Bargteheide etwas ganz Besonderes ist. „Ich habe hier nie selbst gespielt, aber war sozusagen passives Mitglied im Theater. Ich kannte andere, die dort aufgetreten sind und ich war natürlich oft in den Weihnachtsmärchen und so. Dadurch habe ich schon eine besondere Bindung zu dem Theater aufgebaut“, sagt Bernadette Koller. Und natürlich sei das hier jetzt alles etwas „family business“ und nicht wie jede Premiere. „Man freut sich, wer hier alles so kommt. Man kennt viele Gesichter“, sagt die Jung-Regisseurin. Wenn sie Schulfreunden oder Lehrern von früher begegne, sei ihre Erfahrung in Stormarn, dass man sich für sie freue. Das sei alles halt aber auch kein großes Ding, schließlich sei sie kein Star und der Film nur ihr Debütfilm.

„Ich hatte gar keine Erwarungen. Es ist doch schon ein großes Ding, dass ein Abschlussfilm überhaupt in den Kinos läuft. Also daher ist schon viel mehr passiert, als man hoffen kann. Ich bin da jetzt ganz entspannt und freue mich einfach darüber“, so Koller. Dass man die eigenen Filme bescheiden etwas klein rede, liege in der Familie, lacht ihr Vater. „So sind wir halt“, sagt Detlev Buck.

Kinobetreiber Hans-Peter Jansen freut sich indes über den erneut besonderen Abend in seinem Saal. „Ich finde es immer gut, wenn Detlev Buck uns mit einem neuen Film besuchen kommt. Und dieses Mal ist die nächste Generationgleich mit dabei“, so Jansen. Es hat mittlerweile ja schon Tradition, dass Buck mit seinem neuesten Projekt im „Kleinen Theater“ vorbeischaut. Ein Vorgang, der nun zu einer guten Familientradition zu werden scheint.

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erstellt am 11.Jul.2016 | 06:00 Uhr

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